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Di · 6. Oktober
Open Books
Mit der Träger:in des Deutschen Buchpreises 2026 / Andrea Wulf / Reiner Haseloff / Ingo Schulze

Eröffnung von OPEN BOOKS 2026 mit dem Blauen Sofa

  • Andrea Wulf © Antonina Gern
  • Reiner Haseloff © Steffen Böttcher
  • Ingo Schulze © Andreas Labes

Die Träger:in des Deutschen Buchpreises 2026
Moderation: Cécile Schortmann

Andrea Wulf
Der Reisende. Georg Forster und die Entdeckung der Menschlichkeit (C. Bertelsmann)
Moderation: Jens-Christian Rabe

Reiner Haseloff
Nicht mit unserem Land. Eine ostdeutsche Positionsbestimmung (Herder)
Moderation: Sandra Kegel

Ingo Schulze
Das Wasser im August (S. Fischer)
Moderation: Sonja Vandenrath

Das Blaue Sofa in Frankfurt am Main wird veranstaltet von Bertelsmann gemeinsam mit dem Kulturamt Frankfurt am Main und der Deutschen Nationalbibliothek.

Eintritt: 15/10€

*** Die Eröffnung von OPEN BOOKS 2026 ist ausgebucht! ***

Mi · 7. Oktober
Sachbuch
Rowohlt Berlin

Shahrzad Eden Osterer / Richard C. Schneider: Eskalation. Der Kampf im Nahen Osten und der Umbruch der Weltordnung

  • Shahrzad Eden Osterer © Thomas Dashuber
  • Richard C. Schneider © Thomas Dashuber

Moderation: Sebastian Wilde

Der Konflikt zwischen Israel und dem Iran erreicht mit der jüngsten Konfrontation und dem Angriff der USA eine neue Eskalationsstufe. Zuvor haben schon der 7. Oktober 2023 und der Krieg in Gaza den Nahen Osten in eine neue Phase des radikalen Umbruchs gestürzt. Zugleich zeichnet sich an diesem Konflikt, im Einfluss der USA, Chinas und Russlands auf die Region, ein Kampf um eine neue Weltordnung ab – mit Folgen auch für Europa und Deutschland.

Die deutsch-iranische Journalistin Shahrzad Eden Osterer und der langjährige Nahost-Korrespondent Richard C. Schneider nehmen die Ursachen der sich immer weiter verschärfenden Konfrontation in den Blick. Ein fesselnder Bericht und eine tiefgründige Analyse, die zeigt, was in dieser gefährlichsten Krisenregion der Welt derzeit geschieht und was ihr bevorsteht.

Sachbuch
Suhrkamp

Roger de Weck: Glanz und Elend der Konservativen

  • Roger de Weck © Nora Nussbaumer

Moderation: Catrin Stövesand (Deutschlandfunk)

Mitte-rechts-Parteien schwanken zwischen ihrem klaren Bekenntnis zur liberalen, offenen Gesellschaft und einer Annäherung an rechtsautoritäre Kräfte. Oft erliegen sie der Versuchung, Anleihen zu machen bei diesen Populisten, die auf Radikalität anstelle von Stabilität setzen. Doch der Hauptgegner von „Maß und Mitte“ steht nunmehr rechts statt links: Warum eigentlich verausgaben sich Konservative in Kulturkämpfe gegen „woke“, „grün“ oder „rot“?

Angesichts des Aufmarschs der Reaktionäre weltweit plädiert Roger de Weck für eine Selbstvergewisserung: Konservative können in Zeiten der Disruption das Versprechen auf Stabilität und ein unabhängiges Europa verkörpern – sofern sie unbeirrt in der rechten Mitte bleiben.

Lyrik
Edition Faust / Edition Federleicht

Tamara Labas: Ein Windstoß aus Fehlern und Zeit / Daniela Daub: Unendliche Postkarte

  • Tamara Labas © Manuel Waelder
  • Daniela Daub © Thomas Heuchemer
  • Artur Becker © Alex Cio

Moderation: Artur Becker

Tamara Labas’ Gedichte bewegen sich zwischen persönlicher Erinnerung, Kriegserfahrung und politischer Gegenwart. In freien poetischen Formen verdichten sich Kindheitsbilder, Körpererfahrungen und Zukunftsvisionen zu einem vielstimmigen Panorama. Die Texte erzählen von weiblicher Selbstermächtigung, von Verletzlichkeit, Migration und der Weitergabe von Traumata über Generationen hinweg. Immer wieder erscheinen Motive wie Dornen, Licht, Lilien oder Körper als Bilder für Schmerz und Neubeginn. Mit großer sprachlicher Präzision und emotionaler Intensität sucht Labas nach einer Sprache für das, was bleibt, wenn Gewissheiten zerbrechen. Eine politische und zugleich sehr persönliche Lyrik zwischen Gedicht und poetischer Prosa.

Die Gedichte von Daniela Daub sind wie Spaziergänge durch die Sprache, bei denen sie die Bedeutungsmöglichkeiten der Worte abgeht. Noch die statischsten Beobachtungen sind in Bewegung. Die hier versammelten Texte zeichnen sich durch eine große Einfachheit aus. Alltagsnotizen könnte man sagen, die aber eine Tiefe offenbaren, weil sie aus einem feinfühligen Erleben des Auf-der-Welt-Seins schöpfen und sich trauen, an der Grenze von Belanglosigkeit und Sensation entlangzuschreiben. Von Zeit zu Zeit regnet es, oder es scheint die Sonne. Indem jedes einzelne Gedicht für sich steht, bilden sie ein Panorama; ein eigenwilliger Blick auf einen Ausschnitt der Welt, von der man ein Teil ist.

Belletristik
Hanser Berlin

Yael Inokai: Auster

  • Yael Inokai © Jacintha Nolte

Moderation: Lara Sielmann (Deutschlandfunk)

Der Geschäftsführer eines legendären Kaufhauses wird ermordet aufgefunden. Doch bis die Polizei am Tatort eintrifft, hat Leonora Bloch alle Spuren beseitigt, so diskret und gründlich, wie sie schon seit 45 Jahren als Reinigungskraft bei Dr. Bronstett jeder Form von Unordnung begegnet. Als die Ermittlungen in die Austernbar in der fünften Etage führen, ist man schon mittendrin im Mikrokosmos dieses Kaufhauses, das von der paradoxen Sehnsucht nach vergangener Pracht und erschwinglichem Luxus lebt. Und niemand scheint sich in dieser Welt, wo Glanz und Elend, Armut und Reichtum so entwaffnend aufeinandertreffen, besser auszukennen als die 73-jährige Leonora. Doch kennt sie wirklich alle Geheimnisse und welche hütet sie selbst?

Die gefeierte Stilistin Yael Inokai inszeniert eine Kriminalgeschichte, die ein feingefügtes Netz menschlicher Schicksale birgt.

Sachbuch
Taylor & Francis

Romana Sammern / Julia Saviello: Beauty. The body as artefact. Historical Sources from Cicero to Goya

  • Romana Sammern © Ute Brandhuber-Schmelzinger
  • Julia Saviello © Sarah Kastner Fotografie

Moderation: Astrid Reuter

Körperliche Schönheit galt seit der Antike als ein Zusammenspiel von Natur und Kunst. Erst durch den künstlerischen/künstlichen Eingriff wurde der natürliche Körper schön. „Beauty: The Body as Artefact“ verfolgt die Geschichte körperlicher Schönheit im westlichen Denken von der Antike bis ins 18. Jahrhundert. Anhand von 36 Schlüsseltexten werden Schnittstellen von Ästhetik, Kunsttheorie, medizinischer Praxis und Kosmetik aufgezeigt und wird dargelegt, wie Schönheitsideale und Verschönerungspraktiken Vorstellungen von Geschlecht, Körper und künstlerischem Schaffen geprägt haben.

Veranstaltung in deutscher Sprache. 

International
Suhrkamp

Jáchym Topol: Die Hölle gibt es nicht

  • Jáchym Topol © Basso Cannarsa/Opale Photo/laif/Suhrkamp Verlag

Moderation/Übersetzung: Eva Profousová

Prag, am 24. Februar 2022, dem Tag des russischen Großangriffs auf die Ukraine. Tom, ein alternder Journalist, bricht mit seiner Geliebten zu einem Ausflug in die Umgebung auf. Ein südböhmisches Barockkloster verspricht Ablenkung von innerer und äußerer Konfusion: Seine Ehe ist kaputt, der Job hängt am seidenen Faden, der schwule Sohn macht ihm Sorgen. Da meldet sich die Redaktion – Point, ein angesagtes Organ, finanziert von einem undurchsichtigen Geschäftsmann mit Verbindungen nach Russland. Man braucht sofort einen Artikel über das Vertrauen der Tschechen in die Nato … Die Hölle gibt es nicht erzählt voller Komik und Verzweiflung, was aus den Hoffnungen und Träumen von 1989 geworden ist.

Sachbuch
C.H.Beck

Hilmar Klute: Hermann Hesse oder Der Aufbruch ins Leben

Moderation: Uwe Wittstock

Hermann Hesse ist der Dichter des Aufbruchs. Sein Zuruf an die Leser und die Welt lautet: Bleibe nicht stehen, probiere neue Sichtweisen aus, habe Mut zum Eigensinn! Generationen von Lesern haben durch seine Bücher Zutrauen in die Welt und einen Weg zum eigenen Ich gefunden. Hilmar Klute führt in seinem eleganten Buch durch Hesses Leben und seinen literarischen Kosmos und erklärt dabei die lebensprägende Kraft dieses Schriftstellers.

Belletristik
Rowohlt Berlin

Stefan Roloff: Durchbrenner

  • Stefan Roloff © Eva Müller

Moderation: Silvi Feist

Westberlin, 1960er Jahre. Als Max zum ersten Mal Jimi Hendrix hört, reißt für ihn der Horizont auf. Aber bis dorthin ist es noch weit. Die Mutter ist streng, während der Vater meist schweigt, die NS-Vergangenheit ist noch präsent. Max erkennt die deutschen Lebenslügen – und bricht aus. In die Rockmusik, die Subkultur, die Drogen, er zieht in die Kommune I. Dann wird er zu einem Onkel nach Teneriffa gelockt. Es soll eine Umerziehung werden. Doch hier entdeckt Max das illegale freie Leben, verliebt sich unsterblich – und gerät ins Visier der Guardia Civil …

In seinem autobiografisch inspirierten Roman erzählt Stefan Roloff von Jugend und Aufbegehren zwischen dunkler Geschichte und Wirtschaftswunder, über die Popkultur und sexuelle Revolution hereinbrechen – wild, rauschhaft und frei.

Sachbuch
Propyläen

Tilman Spreckelsen: Fast wie im Märchen. Die Brüder Grimm und ihre Zeit

  • Tilman Spreckelsen © Stefan Gelberg

Moderation: Wolfgang Bunzel

Die ganze Welt kennt die Märchen der Brüder Grimm. Aber was wissen wir von Jacob und Wilhelm selbst? Das Leben der beiden Gelehrten fällt in eine unruhige Zeit: die Französische Revolution, Napoleons Kriege, Restauration und die Revolution von 1848 … Die Brüder werden zu Stars der Wissenschaft. Sie legen den Grundstein für die deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft. Und während sie in den Bibliotheken uralte Dichtungen aufspüren, kämpfen die Grimms zugleich für die Freiheit der Deutschen und für ihre eigene: 1848 wird Jacob ins Parlament der Frankfurter Paulskirche gewählt. Tilman Spreckelsen liefert in seiner umfassenden Biografie die virtuose Erzählung über zwei herausragende Protagonisten der deutschen Geschichte.

Belletristik
Kiepenheuer & Witsch

Shida Bazyar: Die Lücken

  • Shida Bazyar © Tabea Treichel

Moderation: Sandra Heinrici

Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre Vergangenheit aktiv verschweigt und zugleich zum Zufluchtsort für diejenigen wird, die hier Geborgenheit suchen. Der Roman führt uns durch die Jahre und die Köpfe derer, die das Dorf prägten: von jüdischen Familien, die alles verloren, über NS-Profiteure, die sich als unschuldige Mitläufer neu erfanden, bis hin zu den Familien Sharifi und Karimpour, die Jahrzehnte später aus dem Iran flüchten. Shida Bazyar gelingt ein virtuoses Erzählmosaik über die Last der Geschichte, die Lüge des Neubeginns und den Wunsch, endlich eine Heimat zu finden.

Sachbuch
Suhrkamp

Julia Ebner: Von Fitness zu Faschismus. Gefahren extremer Männlichkeit

  • Julia Ebner © Justin Giffiths Williams/Suhrkamp Verlag

Moderation: Julia Encke (F.A.Z.)

Fleisch, Geld, Muskeln – diesen drei Mythen der Männlichkeit folgt Julia Ebner in die Kämpfe unserer Gegenwart. Wann werden Männer empfänglich für Gewalt? Wie wird aus gewaltvoller Männlichkeit ein lukratives weltweites Geschäft? Und wie lässt sie sich einspannen in das politische Projekt der Extremisten? Als renommierte Radikalisierungsexpertin, als unerschrockene Rechercheurin, als brillante Analystin findet sie Antworten und zeigt, wie Männer verloren gehen. An nationalistische Active Clubs, an KI-gestützte sexualisierte Gewalt, an reichweitenstarke Gurus und ihr Versprechen: Looksmaxxing gleich Erfolg, gleich Dominanz über die Frau, gleich globale Hegemonie der starken Männer. Auf kluge, packende Weise bezeugt Julia Ebner, welche Gefahren ausgehen von extremer Männlichkeit.

Belletristik
Emons Verlag

Margarete von Schwarzkopf: Die gestohlenen Worte

  • Margarete von Schwarzkopf © Ingo Winkelstroeter

Ein Skelett in der Geistervilla – und ein Verbrechen, das in der Literatur seinen Ursprung hat.

Die gestohlenen Worte verbindet kriminalistische Spannung mit historischem Hintergrund und literarischem Milieu. Ein atmosphärischer Krimi über ein Erbe, das bis heute nachwirkt – und einen Fall, der zeigt, wie tödlich gestohlene Ideen sein können.

Belletristik
Piper

Philipp Oehmke: Papenburg

  • Philipp Oehmke © Karina Rozwadowska

Moderation: Thomas Tebbe

Emilia Papenburg hat ihren Mann Benni verlassen und ist mit den Kindern nach New York gegangen. Ein Neubeginn ohne Familie, an der sie gescheitert zu sein glaubt, genau wie schon ihre eigenen Eltern. Doch vielleicht irrt Emilia sich. Denn ihr Vater und ihre so lange verschollene Mutter wollen um jeden Preis die Familie zusammenbringen. Sie ertragen gegenseitige Verletzungen und enttäuschte Hoffnung für Momente klaren Glücks. Emilias Mann Benni stellt seine Freiheit über die Illusion familiärer Notwendigkeiten. Papenburg ist das schillernde Porträt unserer verunsicherten westlichen Gesellschaft und einer Schar verzweifelter und erfindungsreicher Menschen auf der Suche nach Sinn und Vergebung

Belletristik
Rowohlt Berlin

Sabrina Janesch: Territorium

  • Sabrina Janesch © Jana Mai

Moderation: Anne-Dore Krohn (rbb)

Hawai‘i 1893: Amerikanische Großkapitalisten stürzen die Königin und bereiten die Annexion durch die USA vor. In Honolulu brodelt es, gehen die Risse auch durch die deutsche Gemeinschaft des Archipels, denn ein Land wird gestohlen – und wehrt sich. Inmitten des Geschehens: die weise, gewitzte Königin Lili‘uokalani, ihre deutsche Beraterin Gertrude Wolf und die mutige Journalistin Emma Nāwahī. Sie verbindet tiefe Freundschaft – die angesichts des drohenden Untergangs ihrer Welt auf die Zerreißprobe gestellt wird. Jede muss für sich eine Entscheidung treffen: Kampf oder Unterwerfung.

Mit Leidenschaft erzählt Sabrina Janesch davon, wie Menschen in schicksalhaften Zeiten über sich hinauswachsen – oder sich verführen lassen. Ein mitreißender, bildgewaltiger Roman über den Preis der Freiheit.

Zwischen Zeilen
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Zwischen Zeilen I: Literatur aus dem Iran, Sudan und Syrien/Palästina / Mit: Simone Buchholz / Ruth Hoffmann / Sasha Marianna Salzmann

  • Simone Buchholz © Gerald von Foris
  • Ruth Hoffmann © Odile Hain
  • Sasha Marianna Salzmann © Lutz Knospe

Moderation: Jona Elisa Jeska

In der Veranstaltungsreihe Zwischen Zeilen. Eine Stunde Schönheit lesen Schriftsteller:innen aus den Werken ihrer Kolleg:innen aus Kriegs- und Krisengebieten. Bewaffnete Konflikte, Besatzung und Unterdrückung beeinträchtigen das Recht auf freie Meinungsäußerung und behindern den Zugang zu freier und unabhängiger Literatur. Ihr droht, inmitten von Gewalt und Leid nicht mehr wahrgenommen zu werden. Die Lesenden wollen uns mit Zwischen Zeilen daran erinnern, wie notwendig die Literatur von und für diese Orte ist. Sie geben uns einen Blick auf die Widerstandskraft und den Erfindungsreichtum des Menschen inmitten der Traumata des Krieges.

Sachbuch
Reclam

Jan Eike Dunkhase: Kühle neue Welt. Eine Geschichte der Moderne. Wie Kühlschrank, Klimaanlage und künstliche Kälte unser Leben und das Klima verändern

  • Jan Eike Dunkhase © Privat

Moderation: Patrick Bahners (F.A.Z.)

Unsere Welt hängt am Tropf der künstlichen Kälte. Ob Supermarkt, Serverfarm oder Klimaanlage: Ohne Kältemaschinen steht das moderne Leben still. Jan Eike Dunkhase erzählt in seinem neuen Buch die faszinierende Kulturgeschichte einer Technologie, die Segen und Fluch zugleich ist. Er zeigt, wie wir natürliche Grenzen überwanden – und dabei in einen Teufelskreis gerieten. Denn je mehr wir kühlen, desto wärmer wird der Planet.

Eine fesselnde Reise durch Kultur, Technik, Konsum und Ökologie und ein unverzichtbares Buch zum Verständnis der heutigen Klima- und Energiekrise.

Sachbuch
Rowohlt

Iris Radisch: Du musst das Leben nicht verstehen. Rilkes Tage und Träume

  • Iris Radisch © Thorsten Wulff

Moderation: Adam Soboczynski (Die Zeit)

Zum 100. Todestag von Rainer Maria Rilke zeichnet Iris Radisch ein eindringliches Porträt des großen Dichters. Sie begleitet den europaweit vernetzten Einzelgänger auf seiner ruhelosen Suche nach Bewegungsfreiheit und Resonanz – ob in Worpswede, Paris oder Russland. Rilke misstraute allem Festen, ließ sich von keiner Ideologie vereinnahmen und vereinte die Widersprüche seiner Zeit in sich. Auf ganz eigenen Wegen fand er zeitlos schöne Worte für den Zusammenhang von Leben und Tod, der sich dem Verstand entzieht. Ein Blick darauf, wie er Erlebnisse in Dichtung verwandelte.

International
S. Fischer

Sebastian Guggolz / Katja Lange-Müller über Karel Čapek: Der Krieg mit den Molchen

  • Karel Čapek (†) © picture alliance / CTK 2026

In einer Bucht vor Sumatra entdeckt Kapitän Jan van Toch eine ungewöhnlich intelligente und lernfähige Spezies von Riesenmolchen. Er richtet sie ab und baut schnell ein florierendes und expandierendes Geschäft auf. Nach seinem Tod verkaufen seine Geschäftspartner die sich schnell vermehrenden Molche als billige Unterwasser-Arbeitskräfte in die ganze Welt. Mittlerweile haben sie schon zu sprechen und den aufrechten Gang gelernt – und wurden sogar für gefährliche Kriegseinsätze trainiert und mit Waffen ausgestattet. Plötzlich wendet sich das Blatt, und die Molche lehnen sich gegen die Menschen auf: ein unbarmherziger Krieg beginnt.

Karel Čapeks überraschend aktueller Klassiker von 1936 in Doris Koubas verspielter Neuübersetzung lässt sich als eindringliche Warnung nicht zuletzt vor blindwütigem Fortschrittsglauben, kapitalistischer Ausbeutung und aufziehendem Faschismus lesen.

Sachbuch
Korbinian

Hermes Baby (Hrsg.) mit Marlene Knobloch / Gabriel Proedl: Eine Frage noch. 13 selten gute Reportagen aus 5 selten guten Jahren

  • Marlene Knobloch © Privat
  • Gabriel Proedl © Privat

Moderation: Richard Stoiber

Diese Anthologie, herausgegeben von der Gemeinschaft für Erzähljournalismus Hermes Baby, versammelt Autorinnen und Autoren, die darauf mit literarischer Reportage reagieren: mit genauer Beobachtung, persönlicher Perspektive und erzählerischer Form. Hermes Baby lotet die Mittel des erzählenden Journalismus aus, um so neue Perspektiven auf die Wirklichkeit zu ergründen. Darum experimentieren sie mit Erzählweisen aus Literatur, Kunst, Performance, Musik, Fotografie und Film.

Belletristik
Verbrecher Verlag

Manja Präkels: Radiorauschen im Sternenpark

  • Manja Präkels © Christoph Voy

Moderation: Jörg Sundermeier

Manja Präkels‘ Figur Mimi Schulz aus Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß ist stets an ihrer Seite. Als staunender Geist begleitet sie ihre Autorin auf Lesereisen in ostdeutsche Kleinstädte, nach Griechenland, Italien und ins ferne Minnesota. Andere bleiben unterwegs zurück Rani, Arash und Sohra zum Beispiel, die nach den Schulferien einfach weg sind. Oder der Büderich, der es zu weit getrieben hatte, und Lutz, der auf seinem Weg ins „Land der Freiheit“ im Frankfurter Bahnhofsviertel verlorenging. Und dann ist da noch Ingo, ohne dessen gewaltsamen Tod es Mimi Schulz vielleicht nie gegeben hätte. Der sitzt plötzlich wieder mit am Kneipentisch und möchte sein Gesicht zurück. Manja Präkels erzählt von Menschen, die Figuren wurden, und Figuren, die man nicht mehr loswird.

Belletristik
Hanser

Şeyda Kurt: Zeit der Monster

  • Şeyda Kurt © Harriet Meyer

Moderation: Florian Kessler

Der erste Roman der Sachbuch-Bestsellerautorin Şeyda Kurt – so wie sie hat noch niemand erzählt von unserer Gegenwart und ihren Wunden und ihrer Pracht.

Der Ort ist ein Stadtviertel. Die Zeit ist die Apokalypse. Das glauben jedenfalls immer mehr, angestachelt von einer durchs Netz rasenden Prophezeiung. Durch das wilde, kaputte Viertel, in dem man trotz allem zusammenhält, streift währenddessen die junge Sanya, eine Pistole im Rucksack – bis sie eines Tages eine seltsame Gestalt trifft. Zwischen furiosem Epos und buntestem Pop, zwischen existenzieller Oper und wärmster Soap-Opera fragt Şeyda Kurt, welche Chancen im Zerfall aller Ordnungen liegen. Sanya und ihre schillernde Wahlfamilie sind tief verstrickt in die über Grenzen und Zeiten reichende Geschichte ihrer Gemeinschaft. Können wir anders leben? Aufwühlend, klug und alles verändernd ruft dieses Ereignis von einem Romandebüt: Ja.

Lyrik
März Verlag

Michel Decar: Nr. 1 / Feridun Zaimoglu: Poem Noir

  • Michel Decar © Constantin Riess
  • Feridun Zaimoglu © Kaja Grope - taz

Moderation: Richard Stoiber

In Poem Noir erzählt Feridun Zaimoglu von Liebe, Gewalt, Begehren und Fremdheit. Seine düsteren Vignetten führen in eine Welt, in der Zärtlichkeit jederzeit in Bedrohung umschlagen kann. Mit sinnlicher, unerbittlicher Sprache zeichnet Zaimoglu Figuren, die verletzt, verloren und ihren Gefühlen ausgeliefert sind. Die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Wahn, Nähe und Gewalt verschwimmen. Seine intensiven, archaisch wirkenden Texte erzählen von der verborgenen Rückseite des modernen Lebens.

Mit Nr. 1 erfindet Michel Decar eine neue literarische Gattung und unternimmt eine furiose Tour de Force durch unsere Gegenwart. Zwischen Generalbundesanwaltschaft, In-Flight-Entertainment und Forelle Müllerin entfaltet sich ein Text voller Witz, Tempo und überraschender Präzision. Decar verbindet Roman, Gedicht und Theater zu einer eigenen literarischen Form und erzählt dabei von Liebe, Grausamkeit, Absurditäten des Alltags und der existenziellen Kraft der Literatur selbst. Seine lässig-elegante, poetische Sprache begegnet dem realen Irrsinn mit klarem Blick und großer Leichtigkeit. Nr. 1 ist sprachliches Experiment und radikal gegenwärtige Literatur zugleich – klug, komisch und voller Energie.

Literatur im Römer
Lesungen und Gespräche zur Buchmesse

Literatur im Römer I

  • Shida Bazyar © Tabea Treichel
  • Valeria Gordeev © Alena Schmick
  • Sabrina Janesch © Jana Mai
  • Angelika Klüssendorf © Sarah Wolff
  • Kerstin Preiwuß © Isolde Ohlbaum
  • Lutz Seiler © Jürgen Bauer
  • Edgar Selge © Muriel Liebmann
  • Stephan Thome © Jürgen Bauer

Shida Bazyar
Die Lücken (Kiepenheuer & Witsch)

Valeria Gordeev
Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle (S. Fischer)

Sabrina Janesch
Territorium (Rowohlt Berlin)

Angelika Klüssendorf
Trost (Piper)

Kerstin Preiwuß
Wir alle (Berlin Verlag)

Lutz Seiler
Das tickende Herz (Suhrkamp)

Edgar Selge
Juras letzter Winter (Rowohlt)

Stephan Thome
Besser als nie (Suhrkamp)

Moderation: Judith von Sternburg und Andreas Platthaus 

Einlass ab 19.15 Uhr.

Belletristik
S. Fischer

Ingo Schulze: Das Wasser im August

  • Ingo Schulze © Andreas Labes

Moderation: Sebastian Guggolz

Eingeladen zu einer Lesung aus seinem unfertigen Manuskript, fährt der Erzähler im Juni 2025 nach Mecklenburg, in jene seenreiche Landschaft, die er im Sommer 1979, von dem sein Lesungstext handelt, den „Norden“ genannt hat. Eine unerwartete Begegnung scheint seine Novelle lebendig werden zu lassen, und wirft damit die Frage auf, was war und was wirklich ist. War er damals zu jung und zu unbeschwert für die große Liebe, und ist sie heute zu alt? Sind nur Illusionen und Utopien verloren gegangen oder auch Ansprüche und Hoffnungen, die einer Gegenwart fehlen, in der die alte Angst vor einem Krieg wieder real erscheint? Vielleicht ist die Liebesgeschichte in Das Wasser im August auch eine Schule des Sehens, des Erkennens und Schreibens, und der Versuch, sich der Welt, der Menschen und der eigenen Geschichte so genau und so lebendig wie möglich zu versichern.

Sachbuch
Suhrkamp

Isabella M. Weber mit Ricarda Lang: Antifaschistische Wirtschaftspolitik

  • Isabella M. Weber © Heike Steinweg/Suhrkamp Verlag
  • Ricarda Lang © Elias Keilhauer

Moderation: Cord Riechelmann

Kurz nachdem feststand, dass Donald Trump erneut zum US-Präsidenten gewählt worden war, fragte Isabella Weber auf X: „Können wir jetzt endlich eine ernsthafte Diskussion über eine antifaschistische Wirtschaftspolitik führen?“ Die Demokraten hätten die Auswirkungen der dramatisch gestiegenen Lebenshaltungskosten verkannt und so Trump mit seiner Ressentiment-Politik das Feld überlassen. Ihr Tweet ging viral und setzte eine weltweite Debatte in Gang. In ihrem neuen Buch legt Isabella Weber dar, wie die Grundzüge eines solchen Programms aussehen könnten. Wenn wir den weiteren Aufstieg der extremen Rechten verhindern wollen, so Weber, brauchen wir eine Wirtschaftspolitik, bei der die Bedürfnisse und die Würde der Menschen im Mittelpunkt stehen.

Bei OPEN BOOKS stellt Isabella M. Weber Antifaschistische Wirtschaftspolitik im Gespräch mit der Politikerin und früheren Bundesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen Ricarda Lang vor.

Sachbuch
C. Bertelsmann

Andrea Wulf: Der Reisende. Georg Forster und die Entdeckung der Menschlichkeit

  • Andrea Wulf © Antonina Gern

Georg Forster drang in die entferntesten Regionen der bekannten Welt vor und stellte mit seinen radikalen Ideen zu Menschlichkeit, Gleichheit und Freiheit die Denkweisen des 18. Jahrhunderts infrage. Andrea Wulf zeichnet das Porträt eines brillanten, unerschrockenen jungen Mannes, der mit 17 Jahren an Cooks zweiter Weltumsegelung teilnahm, dabei Natur, Menschen und Kulturen erforschte und einen tiefen Glauben an die Gleichheit der Menschen zurückbrachte, der seiner Zeit weit voraus war.

Nach seiner Rückkehr nutzte Forster seinen Ruhm, um für Freiheit und Gleichberechtigung einzutreten und sich gegen Imperialismus, Rassismus und Sklaverei zu stellen.

Sachbuch
Junius

Wilhelm Opatz: Architekturführer Frankfurt 2010 – 2019

  • Wilhelm Opatz © Moritz Bernoully

Moderation: David Kasparek 

Die bundesdeutschen 2010er Jahre werden wohl als „Reko-Dekade“ in die Architekturgeschichte eingehen. Und das gilt auch für Frankfurt, dessen prominentes Rekonstruktionsprojekt dieses Jahrzehnts der siebte Band der Frankfurt-Reihe vorstellt: die Neue Altstadt. Ein Dresdner Künstler hat sie für dieses Buch fotografiert, und eine junge Stadtforscherin stellt sie vor. In bewährter Mischung stellt der Band Gebautes, Abgerissenes, Zerlegtes und Wiederaufgebautes vor und bringt neben der Architektur auch wieder viele zeittypische Beispiele für Grafik, Kunst und gute Form ans Licht – (falsche) Banknoten, Lederarbeiten, Keramik und Siebdrucke. Das Vorwort stammt von einem Vertreter der new generation, Architekturstudent an der Frankfurt University of Applied Sciences, ein Begleitwort hat der Frankfurter Oberbürgermeister Mike Josef verfasst.

International
Edition Korrespondenzen / Voland & Quist / Dielmann

PRAG-ABEND / Mit Petr Borkovec / Tereza Semotamová / Dirk Hülstrunk

  • Petr Borkovec © Jana Plavec
  • Tereza Semotamová © Dirk Skiba
  • Dirk Hülstrunk © C. Leffringhausen

Moderation: Mirko Schwanitz
Übersetzung: Bianca Lipanská

Prag ist nicht nur Partnerstadt Frankfurts, sondern eine Metropole der Weltliteratur, die noch immer interessante und inspirierende Schriftstellerinnen und Schriftsteller beheimatet. Anlass genug, dieser Stadt einen Prag-Abend zu widmen mit dem Lyriker, Prosaautor und Essayisten Petr Borkovec, der Autorin und Übersetzerin Tereza Semotamová und dem Frankfurter Lyriker und Soundpoet Dirk Hülstrunk.

Peter Borkovec leitete von 2005 bis 2023 das Prager Literaturcafé Fra. Er ist ständiger Mitarbeiter des Kulturmagazins Listy und unterrichtet an der Akademie der Bildenden Künste. Im Herbst erscheint bei der Edition Korrespondenzen seine Kurzgeschichtensammlung Cécile und andere. Tereza Semotamová stand mit ihrem ersten Roman Im Schrank auf der Shortlist für den wichtigsten tschechischen Literaturpreis Magnesia Litera, arbeitet für die deutsch-tschechische Plattform jádu und veröffentlicht Anfang Oktober ihren neuen Roman Radikale Bedürfnisse. In dessen Zentrum: Die Bildhauerin Hana, die zwischen dem Prager Intellektuellenleben und einem mährischen Dorf pendelt. Dirk Hülstrunk ist Frankfurter Lyriker und Soundpoet, Moderator und Übersetzer und war erst im Frühjahr als Resident Poet im Rahmen von Prag UNESCO City of Literature in der Landeshauptstadt und durfte im Kafka Haus residieren.

 

Sachbuch
DuMont / Rowohlt

Bernhard Kegel: Rettung durch schnelle Evolution. Warum Arten unerwartet überleben / Annette Kehnel: Der Phoenix-Effekt. Wie Gesellschaften Krisen bewältigt haben und was wir heute daraus lernen können

  • Bernhard Kegel © Franziska Hauser
  • Annette Kehnel © Anna Logue

Moderation: Pia Heinemann (F.A.Z.)

Durch den Klimawandel, die Globalisierung, die Zerstörung der Habitate, den Einsatz von Pestiziden und intensive Bejagung verändern sich viele Arten überraschend schnell. Der Mensch befeuert die Evolution, die Zeiten langsamen Wandels sind vorbei. Neben der wünschenswerten Rettung unserer Tier- und Pflanzenwelt durch die Evolution nutzen auch die unzähligen Mikrobenarten die Kraft der Evolution. Das Ergebnis sind Resistenzbildungen von Krankheitserregern und Schädlingen. In beiden Fällen geht es um dasselbe Phänomen, daher brauchen wir ein tiefer gehendes Verständnis dieser Prozesse. Bernhard Kegel zeigt, dass wir die Kraft und die Möglichkeiten evolutionärer Veränderungen unterschätzt haben, und entführt uns in die aufregende Welt der Evolutionsbiologie.

Was, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist? Haben wir noch eine Chance? Die Geschichte zeigt: Ja! Immer wieder standen Menschen vor Katastrophen und fanden kreative Wege, damit umzugehen. Die Historikerin Annette Kehnel erzählt von solchen Momenten unter extremem Druck: von holländischen Windenergie-Pionieren, der Wiederaufforstung maroder Elbwälder, der Bewältigung der Londoner Abwasserkrise oder dem Montrealer Protokoll zum Schutz der Ozonschicht. All diese Beispiele beweisen, dass Gesellschaften umdenken und nachhaltige Lösungen finden können. Aus Trümmern kann Neues wachsen – durch Menschen, die handeln.

Zwischen Zeilen
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Wie frei ist Kultur? / Mit Saba-Nur Cheema / Meron Mendel / Ruth Hoffmann

  • Saba-Nur Cheema © Marian Lenhard
  • Meron Mendel © Marian Lenhard
  • Ruth Hoffmann © Odile Hain

Moderation: Helga Frese-Resch

Kulturelle Freiheit steht unter Druck: durch politische Vereinnahmung ebenso wie durch eine Debattenkultur, in der Empörung und Lagerdenken den offenen Austausch erschweren. Ruth Hoffmann beschreibt in Raubzug von rechts (Goldmann, 2026) die Strategien der Neuen Rechten, kulturelle Werte und historische Erinnerungen für ihre Zwecke zu nutzen. Saba-Nur Cheema und Meron Mendel fragen in Die Empörungsfalle(KiWi, 2026), wie wir verhärtete Fronten überwinden und wieder lernen können, produktiv zu streiten.

Was bedeuten diese Entwicklungen für Autor:innen, Verlage, Buchhandlungen und andere Kulturinstitutionen? Wie politisch darf oder muss Kultur sein? Welche Verantwortung tragen diejenigen, die kulturelle Räume gestalten? Und wie können diese Räume offen, vielfältig und streitfähig bleiben?

Eine Veranstaltung der IG Meinungsfreiheit und Demokratie im Börsenverein, des Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und der Stiftung Freedom of Expression. Diese Veranstaltung wird unterstützt von der Cronstett- und Hynspergische ev. Stiftung zu Frankfurt am Main. 

Do · 8. Oktober
Belletristik
Heyne

Jan Weiler: Das Vogelhaus

  • Jan Weiler © Lara Freiburger

Wenn Leonard Beck nach seiner Post sieht, ahnt er stets das Schlimmste. Und tatsächlich ist es ein unscheinbarer Brief seiner Mutter, der ihn nach Jahren zurückruft an den Niederrhein: Ein Haus steht zum Verkauf. Und obwohl dieses Haus keine guten Erinnerungen weckt, zieht es ihn magisch an. Leonard, der gerade seine Stelle am Theater verloren hat, reist in die Heimat und damit in seine Vergangenheit. Er trifft auf Menschen, die ihm einst wichtig waren. Und immer wieder steht er vor dem unscheinbaren Haus, dessen Geheimnis er damals nicht lüften konnte. Jetzt will er ihm auf die Spur kommen, stellt sich seinen Ängsten – und seiner großen Liebe. Klug und bewegend: Jan Weilers erzählt von einer Jugend in den Zehnerjahren und warum man manchmal ganz zurückgehen muss, um weiterzukommen.

Belletristik
Hanser

Elke Heidenreich: Ach, eine Fanfare. Liebesbekenntnisse zu Schriftstellern

  • Elke Heidenreich © Leonie von Kleist

Moderation: Georg M. Oswald

Dass Elke Heidenreich Literatur liebt, ist kein Geheimnis. Wie es ihr immer wieder gelingt, ein Millionenpublikum dafür zu begeistern, schon eher. In diesem Buch versammelt sie ihre schönsten Erinnerungen an Lektüren, die ihr im Leben besonders wichtig wurden. Als Teenagerin verfiel sie der dunklen Lyrik Gottfried Benns, wie sich Klugheit und Leidenschaft verbinden, erfuhr sie bei Simone de Beauvoir, Dylan Thomas feiert sie für seine verschwenderische Lebensgier, die sie selbst gut kennt. Sie verneigt sich vor großen Schriftstellerinnen wie Ruth Klüger. Und sie erinnert sich an einzigartige Künstler, die ihr zu engen Freunden wurden, wie Tomi Ungerer. Eine enthusiastische Leserin, die funkelnde Geschichten über eine lebenslange, große Liebe erzählt.

Belletristik
Frankfurter Verlagsanstalt

Julia Malik: Ich will dich lebend

  • Julia Malik © Nils Schwarz

Moderation: Amelie May

In Ich will dich lebend folgen wir Selma, die sich in eine zerstörerische Beziehung zu Mischa verstrickt, und Jeanne, die versucht, ihre beste Freundin daraus zu befreien. Julia Malik zeigt in literarischer Sprache und bestechenden Bildern, wie Täter ihre Opfer in eine Spirale aus Verführung, Isolation, Abspaltung, Ohnmacht und Scham locken. Wie verheerend und perfide Leidenschaft, Manipulation und rohe Gewalt oftmals Hand in Hand gehen. Die Autorin verliert dabei niemals ihre Protagonistinnen aus dem Blick, ihre Wildheit, Widerständigkeit und ihre Würde.

Belletristik
DuMont

Karosh Taha: Gulistan

  • Karosh Taha © Mina Amiri

Moderation: Miriam Zeh (Deutschlandfunk)

Gulistan lebt mit ihrem Mann Çiya in einem Land, das sie anfeindet für ihre Sprache, ihr Denken, ihr ganzes Sein. Unter dem diktatorischen Regime Saddam Husseins werden sie als Kurden verfolgt. Als Çiya verschwindet, begibt Gulistan sich auf die Suche nach ihm. Schließlich begegnet sie Çiya bei einer Versammlung inmitten einer Menschenmasse wieder – in der Uniform des Diktators, als dessen Doppelgänger. Gulistan wird verhaftet und verliert zunehmend den Verstand, doch entwickelt umso stärkere Widerstandskräfte.

Wie soll man nicht dem Wahn verfallen angesichts einer Diktatur, die Wahrheiten verdreht, den Menschen alles nimmt und nichts kennt als die Sprache der Gewalt? Karosh Taha schreibt über die Angst in den Straßen, die Grausamkeit eines paranoiden Systems und den Widerstand durchs Erzählen, vielstimmig, lyrisch, dicht.

Sachbuch
Matthes & Seitz Berlin

Jens Balzer: Erlösung

  • Jens Balzer © Roland Owsnitzki

Moderation: Jens Bisky

Die Religion kehrt zurück in Politik, Kultur und Philosophie. Apokalyptische Erlösungsvisionen findet man in der US-amerikanischen Rechten und bei den Tech-Libertären sowie in der postkolonialen Linken und ihrer Faszination für die Todeskulte des politischen Islam. Balzer zeigt, wie sich autoritäres Denken und Religion verschwistern, fragt aber zugleich, ob Motive wie Demut, Gnade und Erlösung uns einen Ausweg zeigen aus den autoritären Zurichtungen der Gegenwart. Kann religiöses Denken Gemeinschaften stiften, die gegen falsche Vergemeinschaftung helfen, gegen ihre Vereinsamung in der digitaltechnologisch verwalteten Welt? Kann man wahrhaftes religiöses Denken gegen Religionsmissbrauch verteidigen? Und brauchen wir religiöses Denken nicht, um wahrhaft erlöst zu werden?

Sachbuch
dtv

Kai Michel: Im Herzen der Macht. Deutschlands dunkle Anfänge: eine archäologische Spurensuche

  • Kai Michel © Christiane Gundlach

Moderation: Moritz Schuller

Lange galt die Zeit der Ottonen als „Schicksalsepoche der Deutschen“. Die Nazis vereinnahmten das 10. Jahrhundert ideologisch, um die Vernichtungspolitik des „Tausendjährigen Reiches“ zu rechtfertigen. Nun macht sich die Archäologie daran, das wahre Gesicht dieser Schlüsselzeit Europas zu enthüllen. Ob die spektakulären Forschungen rund um die Gräber Edithas und Ottos des Großen im Magdeburger Dom, die neuesten Entdeckungen ottonischer Burgen und Paläste oder die archäogenetischen Untersuchungen alter Adelsgräber: ein Stoff wie gemacht für den nächsten „Indiana Jones“ – erzählt von einem Autor, der es meisterlich versteht, Wissenschaft und Spannung zu verbinden.

Belletristik
Kein & Aber

Franziska Gänsler: Orca

  • Franziska Gänsler © Bahar Kaygusuz

Moderation: Max Farr

Die Fleischtheke des Supermarkts am Tag, Stille bei Nacht. So sieht Coras Leben aus, bis ihre Kindheitsfreundin Olympia verhaftet wird und alles zurückkommt: Der Sommer, in dem sie sich wiedergetroffen haben, in dem alles gesummt hat in ihr, das Seewasser noch auf der Haut, der Glitzer auf der Cap, die verzierten Fingernägel. Die langen Tage im großen, leeren Haus mit Olympia, die Cora erkennt, wie sie ist. Und wie schnell Cora Olympia nicht mehr nur für sich hat, nachdem sie nach einer illegalen Party sie so viel Zeit mit Ariel und ihrer Aktivistengruppe verbringt. Während Cora versucht, in der Schule und zu Olympia den Anschluss zu halten, schlägt eine radikale Idee ihre Triebe aus – und Cora verstrickt sich in ein Lügengespinst, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint.

Belletristik
NeuWerk / Steidl

Riccarda Gleichauf: Ansichten einer Empfangsdame / Laura Kind: Unschärfe

  • Riccarda Gleichauf © Alexander Englert
  • Laura Kind © Kathrin Leisch

Moderation: Jutta Schütz

Zwei Frankfurter Autorinnen, zwei bemerkenswerte Debütromane: In Ansichten einer Empfangsdame landet eine Akademikerin landet am Empfang – überqualifiziert, existenziell abhängig, innerlich zerrissen. Zwischen Mindestlohn, Machtspielen und dem Mantra „flacher  Hierarchien“ wird der Empfangstresen zum Transitort für ein „Ich“, das nur noch funktioniert. „Riccarda Gleichaufs Prosa atmet Gegenwart: Prekäres Arbeiten und entfremdete Lohnarbeit, die teilweise Unsichtbarkeit von (Bildungs-)Biografien in der Berufswelt, das Verschwinden des geistigen Menschen durchs Funktionierenmüssen.“ Julia Mantel

Anna will es allen recht machen. Ihrem Chef und dem Kollegen, der alles besser weiß. Ihren Eltern, die sie immer wieder als Aushilfe für ihre Pension am Bodensee einspannen. Ihrem Partner Felix, der für beide entschieden hat, dass sie den nächsten Schritt gehen und eine Familie gründen sollten. Und dann ist da noch ihre perfekte Schwester mit dem perfekten Leben weit weg in Australien. Als Anna feststellt, dass aus ihren Ticks langsam handfeste Symptome werden, ist es an der Zeit, endlich für sich selbst einzustehen. Laura Kind stellt sich in ihrem Debütroman Unschärfe der Frage, wie weit Fürsorge gehen darf. Mit sanftem Ton erzählt sie ungeschönt, aber niemals voyeuristisch, unaufgeregt und mit viel Empathie die Geschichte einer längst überfälligen Selbstermächtigung.

International
Wallstein

Aleš Šteger: Feuer

  • Aleš Šteger © Mankica Kranjec

Moderation: Thorsten Ahrend

Aleš Štegers neuer Roman erzählt die Geschichte einer beeindruckenden Frau vor dem Hintergrund der jugoslawischen Geschichte. 1923 geboren, tritt Zora den Partisanen bei, um sich dem Nationalsozialismus entgegenzustellen – und genau diese kämpfende Haltung wird sie ihr ganzes Leben beibehalten müssen. Während Zora gegen ihre Traumata aus dem Krieg ankämpft, gegen die Ablehnung ihrer streng katholischen Familie, gegen die Zurückweisung in Slowenien nach ihrer Rückkehr aus Belgrad, ist sie zugleich Zeugin der Veränderungen in der kommunistischen Bewegung über Generationen hinweg und erlebt immer wieder, was Umbrüche und Neuanfänge aufbauen, was sie aber auch zerstören, was sie in Feuer und Asche überführen.

Es ist ein weiblicher Roman, ein Widerstandsroman, ein Roman einer Revolution, die am Ende ihre eigenen Kinder frisst.

Sachbuch
Harper Collins / Quadriga

Marlen Hobrack: Stolz und Zweifel. Eine Verteidigung der Mutterschaft / Sabine Diabaté: Mutterseelenallein. Warum viele Mütter heute einsam sind und was sich dagegen tun lässt

  • Marlen Hobrack © Marcus Engler
  • Sabine Diabaté © Annika Graeff

Moderation: Sarah Mühlbacher

In Stolz und Zweifel widerspricht Marlen Hobrack dem vorherrschenden Narrativ der Mutterschaft als Überforderung, Verlust oder Rückschritt. Sie setzt sich kritisch mit gesellschaftlichen, feministischen Deutungen auseinander, in denen Fürsorge, Abhängigkeit und Bindung vor allem als Defizite erscheinen. Ein kluges zeitdiagnostisches Plädoyer dafür, dass Muttersein kein Makel sein darf. Marlen Hobrack studierte Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaften. In ihren beiden Sachbüchern Klassenbeste und Erbgut verhandelt sie das Leben ihrer Mutter und Fragen nach sozialer Herkunft und Gerechtigkeit. 2025 wurde sie mit dem Anna‑Seghers‑Preis für ihre literarische Auseinandersetzung mit Klassismus ausgezeichnet.

Sorgearbeit ohne Pause, Funktionieren im Überlebensmodus und kaum Zeit und Kraft für erfüllende Beziehungen: Die Einsamkeit von Müttern ist keine Randerscheinung mehr. Sie ist weit verbreitet und doch oft unsichtbar. Dabei handelt es sich nicht um ein individuelles Schicksal, sondern um ein gesellschaftliches Problem mit gravierenden Folgen für uns alle. Anhand neuester Forschung und persönlicher Erfahrungen erklärt die Familiensoziologin Sabine Diabaté in Mutterseelenallein anschaulich die Ursachen für diese Einsamkeit und zeigt, was wir dagegen tun können. Ein leidenschaftliches, hochaktuelles Plädoyer für strukturellen Wandel, das Elternschaft als gesellschaftliche Verantwortung begreift und nicht als private Zumutung.

Sachbuch
Wallstein

Annette Kraus / Jörg Skriebeleit über Fritz Seemann: Wir sind hier in einer Mausefalle. Ein Journalist beim Prager Tagblatt und seine gescheiterte Flucht aus der Tschechoslowakei

  • Fritz Seemann (✝) © Privatarchiv von Richard Seemann

Moderation: Hajo Gevers

Fritz Seemann war in den 1930er Jahren Redakteur beim Prager Tagblatt, der größten deutschsprachigen Tageszeitung in der Tschechoslowakei In dieser Zeit korrespondierte Seemann mit dem Astronomen Arthur Beer in London. Der anfangs private Austausch entwickelte sich zur planmäßigen Suche nach einer Fluchtmöglichkeit. Das Münchner Abkommen 1938 und die Okkupation der Tschechoslowakei im März 1939 stellte beide vor immer größere Hürden. Der Briefwechsel und Fritz Seemanns Zeitungstexte aus den frühen 1930er Jahren greifen ineinander. Gerahmt von Fotos, Dokumenten und Informationen zur Biographie entsteht das Porträt eines zweisprachigen Intellektuellen in der Tschechoslowakei der Zwischenkriegszeit. Darüber bietet das Buch Innenansichten in die letzten Jahre des Prager Tagblatts und die verzweifelten Versuche vieler Menschen, den Fängen der Nationalsozialisten zu entkommen.

Belletristik
Ullstein

Nele Neuhaus: Alles wird Asche

  • Nele Neuhaus © Jana_Edisonga

Moderation: Marion Wichmann

Eine Frau stirbt in ihrer brennenden Villa im Taunus. Ein Bauunternehmer hängt kopfüber im Rohbau eines Frankfurter Hochhauses, den Fuß in einem Seil verfangen und qualvoll erstickt. Was zunächst nach Unfällen aussieht, entpuppt sich als eine brutale und raffinierte Mordserie. Die Ermittlungen führen Oliver von Bodenstein und Pia Sander in den Umkreis des tödlich verunglückten Tech-Milliardärs Patrick Brinkhoff, Entwickler eines bahnbrechenden KI-Chatbots. Während Pia und Bodenstein noch versuchen, das dichte Netz aus Loyalitäten in Brinkhoffs Softwarefirma und Familie zu entwirren, stoßen sie auf weitere Morde, die alle mit Brinkhoff zusammenhängen. Pia und Bodenstein versuchen, einen Mörder zu stoppen, der keine Gnade kennt und eiskalt plant.

Belletristik
Droschl

Jan Wilm: Sachertorte und andere Fiktionen

  • Jan Wilm © Kirsten Bucher

Moderation: Agnes Altziebler

Ob skurrile, fantastische und wunderliche oder aber nachdenkliche, melancholische und wehmütige Geschichten – immer führt der Frankfurter Autor Jan Wilm virtuos in Erfahrungs- und Gemütszustände seiner Figuren und zeichnet, der Kurzgeschichte im besten Sinne entsprechend, mit wenigen Strichen ein jeweils einzigartiges Lebensuniversum, dessen Wirklichkeit von Traum und Illusion durchdrungen ist.

Sachbuch
Brandes & Apsel

Valérie Göttel: Feldbergstraße 42. Geschichte eines „Ghettohauses“ in Frankfurt am Main. Jüdische Zeitzeugen im Frankfurter Westend (1888–1988)

  • Valérie Göttel © Valérie Göttel

Moderation: Felicitas Alt
Lesung: Helena Polic

Erzählt wird die Geschichte eines 1888 erbauten Gründerzeithauses in Frankfurt am Main und von dessen Bewohnern. Das Haus in der Feldberg­straße 42 im Westend zeugt vom Leben der Frankfurter Bürger während eines ganzen Jahrhunderts, vom Deutschen Reich bis zur Bundesrepublik Deutschland, bis es 1988 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Die Entstehung des Westends, der Erste Weltkrieg, die Weltwirtschaftskrise, der unaufhaltsame Aufstieg des Nationalsozialismus bis hin zum Dritten Reich mit Arisierung, Enteignungen und Deportationen, aber auch die Besatzungzeit werden anhand von vielen Dokumenten und Fotos dargestellt. Zahlreiche Kurzbiografien von Menschen, die in diesem „Ghettohaus“ lebten und Opfer des nationalsozialistischen Regimes wurden, machen das Geschehen greifbar.

International
Orlanda

Otoniya Juliane Okot Bitek: Der einzige Stern am Himmel

  • Otonyia Juliane Okot Bitek © Greg Black

Moderation/Übersetzung: Ulla Ott
Lesung: Ela zum Winkel

Helen, Josephine, Lucia, Maggie, Susannah und Miriam sind junge Frauen, die als Schulkinder die Gefangenschaft der Lord’s Resistance Army im Norden Ugandas überlebt haben. Heute führen sie ein neues Leben in der Stadt: Sie gehen einkaufen, kümmern sich um ihre Kinder, schmieden Pläne und denken über ihre Zukunft nach. Doch immer wieder wird spürbar, wie stark ihre Vergangenheit ihre Gegenwart prägt. In ihrem vielstimmigen Roman gewährt Okot Bitek Einblicke in das Leben der Mädchen vor dem Krieg und erzählt von den Jahren der Gefangenschaft sowie von der gefährlichen Rückkehr in ihre Heimat. Sie zeigt mit großer Eindringlichkeit, wie schwierig der Weg zurück in ein scheinbar normales Leben nach solchen Erfahrungen ist. Gleichzeitig hebt sie die Widerstandskraft und Stärke der Frauen hervor.

Belletristik
Suhrkamp

Dana Vowinckel: Anton und Alma

  • Dana Vowinckel © Max Zerrahn/Suhrkamp Verlag
  • Sasha Marianna Salzmann © Lutz Knospe

Moderation: Sasha Marianna Salzmann

Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren an derselben Universität – doch das ist auch schon alles, was sie verbindet. Anton entstammt einer Akademikerfamilie, Alma ist bei ihrer Mutter und ihrem lieblosen Stiefvater am östlichen Stadtrand aufgewachsen. Anton ist Jude. Alma nicht. Doch die beiden verlieben sich, ziehen zusammen, streiten und versöhnen sich, bis Anton nach New York geht. Alma bleibt allein zurück und sucht Halt in Antons Gemeinde. Erst die Ereignisse des 7. Oktober 2023 und des Gaza-Kriegs, die polarisierte Stimmung sowohl auf dem Campus als auch in seiner Familie lassen Anton zu Alma zurückkehren. Doch dann reißt ein tiefer Abgrund auf.

Sachbuch
C.H. Beck

Christiane Hoffmann: Die Träume, die wir hatten. Meine Freundin, Russland, die Ukraine und ich

  • Christiane Hoffmann © Susanne Schleyer

Moderation: Natascha Freundel (rbb Kultur)

Ende der achtziger Jahre: eine Gruppe von jungen Frauen studiert Russisch. Sie lesen Dostojewski, trinken Wodka und reisen durch die Sowjetunion, die sich gerade auflöst. Es ist eine Zeit des Aufbruchs, der Hoffnungen und Träume von einem demokratischen Russland und einem friedlichen Europa. Jahrzehnte später nimmt sich eine von ihnen das Leben. Es ist die Woche, in der Russland die Ukraine überfällt.

Sachbuch
Heyne

Kristina Lunz / Düzen Tekkal: Wer hat euch erlaubt, Frauen so zu hassen? Für eine Gesellschaft, in der alle sicher sind – ein Manifest

  • Kristina Lunz © Stevy Hochkeppel
  • Düzen Tekkal © Stevy Hochkeppel

Moderation: Anna Engel (hr2-kultur)

Der Fall Collien Fernandes hat Deutschland aufgerüttelt und schonungslos offengelegt, wie alltäglich Gewalt gegen Frauen ist – digital und analog – und wie unzureichend das deutsche Rechtssystem betroffene Frauen schützt. Die Unternehmerinnen, Autorinnen und Aktivistinnen Kristina Lunz und Düzen Tekkal wollen das nicht länger hinnehmen. Gemeinsam mit Ricarda Lang und mit der Unterstützung von mehr als 250 bekannten Frauen stellen sie 10 Forderungen gegen männliche Gewalt an die Bundesregierung. In ihrem Buch erhalten diese Forderungen Nachdruck und Tiefe, die Autorinnen wollen Bewegung schaffen, Gespräche beginnen, aus Wut Veränderung schaffen – und sichtbar machen, was politisch möglich wäre, wenn endlich konsequent gehandelt wird.

Zwischen Zeilen
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Zwischen Zeilen II: Literatur aus Palästina, Venezuela und dem Iran / Mit: Marica Bodrožić / Şeyda Kurt / Ingo Schulze

  • Marica Bodrožić © Anton Maria Storch
  • Şeyda Kurt © Harriet Meyer
  • Ingo Schulze © Andreas Labes

Moderation: Martin Schult

In der Veranstaltungsreihe Zwischen Zeilen. Eine Stunde Schönheit lesen Schriftsteller:innen aus den Werken ihrer Kolleg:innen aus Kriegs- und Krisengebieten. Bewaffnete Konflikte, Besatzung und Unterdrückung beeinträchtigen das Recht auf freie Meinungsäußerung und behindern den Zugang zu freier und unabhängiger Literatur. Ihr droht, inmitten von Gewalt und Leid nicht mehr wahrgenommen zu werden. Die Lesenden wollen uns mit Zwischen Zeilen daran erinnern, wie notwendig die Literatur von und für diese Orte ist. Sie geben uns einen Blick auf die Widerstandskraft und den Erfindungsreichtum des Menschen inmitten der Traumata des Krieges.

Sachbuch
Rutgers University Press

Charlie Scheidt / Kat Rohrer: Inheritance. Love, Loss, and the Legacy of the Holocaust

  • Charlie Scheidt © Charles E. Scheidt Family Foundation
  • Kat Rohrer © Charles E. Scheidt Family Foundation

Moderation: Angela Jannelli / Mirjam Wenzel 

Charlie Scheidts Familie stammt aus Frankfurt. Nach 1933 flohen sie, um der Verfolgung der Nazis zu entkommen. Einige Wochen vor ihrem Tod erzählte seine Mutter Suse ihm von, die sie seit Jahrzehnten in einer Ecke ihres Schranks aufbewahrt hatte: Die Briefe, Foto und Dokumente darin waren Zeugnisse der Verfolgung der jüdischen Familie, ihrer Flucht über mehrere Länder in die USA, aber auch Erinnerungen an ermordete Verwandte und Freunde.

Charlie Scheidt brauchte mehrere Jahre, bis er sich entschloss, seine Familiengeschichte aufzuarbeiten. Zusammen mit der Filmemacherin und Autorin Kat Rohrer nahm er sich des Familienerbes an und begab sich auf Spurensuche. Inheritance berichtet von den Recherchen und der Auseinandersetzung mit der Familiengeschichte.

Veranstaltung in deutscher und englischer Sprache.

Im Anschluss besteht die Möglichkeit, die Bibliothek der Generationen zu besuchen.

Belletristik
Schöffling & Co.

Michael Kumpfmüller: Böse Kinder

  • Michael Kumpfmüller © Barbara Dietl

Moderation: Philipp Werner

Zwei erwachsene Söhne räumen ihr Elternhaus aus und stoßen dabei auf die langjährige Dokumentation der Affären des Vaters – das Bild der Vorzeigefamilie zerbricht. Wer waren Vater und Mutter wirklich, die beiden in der jungen Bundesrepublik viel zu früh Verheirateten, Angehörige einer von Krieg und Faschismus beschädigten Generation? Und was geben sie an ihre Kinder und ihre Enkel weiter?

In seinem Drei-Generationen-Roman Böse Kinder erzählt Michael Kumpfmüller von den verdrängten Konflikten einer ebenso speziellen wie normalen deutschen Familie und zeichnet mit viel Empathie und Realismus den Wandel von Familienbildern vom Zweiten Weltkrieg bis in unsere unmittelbare Gegenwart nach.

Comic
Helvetiq / Péridot

Isabelle Maroger: Lebensborn / Ute Wegmann: Wir von der Schemmergasse

  • Isabelle Maroger © Isabelle Maroger

Moderation: Jakob Hoffmann

Isabelle, die Protagonistin in Lebensborn, lebt in Lyon und ist stolz auf ihre Familiengeschichte: Ihre Großeltern väterlicherseits haben sich beide an der französischen Résistance gegen das NS-Regime beteiligt. Und ihre Mutter ist eigentlich Norwegerin und wurde von einem französischen Paar adoptiert, als sie noch ganz klein war. Kein Wunder fällt Isabelle aus allen Wolken, als sie durch Recherchen ihrer Mutter erfährt, dass diese als Tochter eines deutschen Soldaten und einer Norwegerin in einem Lebensborn-Heim zur Welt kam. Isabelle und ihre Familie beginnen, ihre eigene Geschichte aufzudecken, machen dabei unerwartete Entdeckungen und bilden neue Freundschaften.

August Sander fotografierte Handwerker, Familien, Bürgerinnen und Bürger aus Köln und Umgebung. Und er fotografierte Kinder. Seine Porträts sind Meisterwerke. Die Schriftstellerin Ute Wegmann versetzt sich in der Graphic Novel Wir von der Schemmergasse in zwanzig fiktiven Erzählungen in die Welt der abgebildeten jungen Menschen und gibt ihnen eine Stimme. Eine Zeitreise in die Anfänge des 20. Jahrhunderts, die den Blick auf Sanders Fotografien weitet.

In deutscher und englischer Sprache.

Sachbuch
F.A.Z. / Kiepenheuer & Witsch

Saba-Nur Cheema / Meron Mendel: Die Empörungsfalle. Wie wir wieder streiten lernen

  • Saba-Nur Cheema © Marian Lenhard
  • Meron Mendel © Marian Lenhard

Moderation: Eva-Maria Magel (F.A.Z.)

Saba-Nur Cheema und Meron Mendel bringen seit Jahren Menschen mit grundverschiedenen Ansichten ins Gespräch. Ihre Erfahrung zeigt: Nicht die Kontroverse ist das Problem unserer Gegenwart, sondern eine übersteigerte gesellschaftliche Sensibilisierung, die jede Differenz als Gefahr oder Verletzung erfährt. Boykottaufrufe, die Forderung nach Safe Spaces in öffentlichen Räumen und die Politisierung von Gefühlen verunmöglichen eine produktive Auseinandersetzung und untergraben das demokratische Miteinander. Die Empörungsfalle zeigt eindrücklich, wie eine widerstandsfähige Debattenpraxis möglich bleibt – eine Kultur, die Konflikte aushält, Ambivalenzen zulässt und das Gegenüber als mündigen Gesprächspartner ernst nimmt.

Belletristik
dtv

Helga Schubert: Die Woche danach. Ein Stundenbuch der Hoffnung

  • Helga Schubert © Eddy Zimmermann - Rabauke Filmproduktion

Moderation: Denis Scheck

Wenn es sein muss, kann man auch mit fast neunzig Jahren von vorn beginnen – ein Buch über die Liebe, über den Tod und über einen Neuanfang: Was geschieht, wenn der Mensch geht, den man über sechzig Jahre geliebt und über zehn Jahre gepflegt hat? In ihrer unverkennbaren, kristallklaren Prosa beschreibt Helga Schubert den eigenen Zustand in der ersten Woche, der ersten Zeit nach dem Tod ihres Mannes, beobachtet sich selbst zwischen Traurigkeit und Erlösung.

International
dtv

Haneen Al-Sayegh: Das Glück zwischen den Zähnen des Löwen

  • Haneen Al-Sayegh © Bettina Theuerkauf

Moderation/Übersetzung: Silvi Feist

Ein eindringlicher Roman aus dem Libanon: über Freiheit und Schicksal, Aufmüpfigkeit und Genügsamkeit, über das hart errungene Glück und über die Liebe.

Seit 45 Jahren sind Nabila und Ali verheiratet. Aber wenn die Radioklänge von Fairuz’ Liebesliedern zum Küchenfenster hereinwehen, denkt Nabila nicht an ihren Mann, sondern an ihre Jugendliebe: einen syrischen Wanderarbeiter, der ihr Briefe in einer ausgehöhlten Zucchini versteckte. Seitdem brennt da eine Sehnsucht in ihr. Eines Tages schickt sie Ali via Facebook eine Nachricht. So beginnen die störrischen alten Eheleute über ihre Handys wieder miteinander zu sprechen. Feinsinnig, humorvoll und warm erzählt Haneen Al-Sayegh über die Intensität eines vermeintlich stillen Lebens.

Belletristik
Residenz Verlag

Boris Schumatsky: Die Seine fliesst ins Schwarze Meer

  • Boris Schumatsky © Milena Schloesser

Moderation: Carsten Otte (SWR)

Der russisch-jüdische Erzähler lebt in Berlin, seine kranke Mutter kann er aus Angst vor Verhaftung nicht mehr in Moskau besuchen. So bleiben ihm nur Telefonate mit ihrer immer leiser werdenden Stimme, Erinnerungen an ein Aufwachsen in einer gewaltvollen Diktatur und die unzähligen Geschichten, die am Küchentisch der Eltern erzählt wurden. Vor allem von der umtriebigen Nathalia, die in Paris einst Concierge in dem Hotel war, in dem Paul Celan lebte, und die über Celans Liebesbeziehungen mehr zu berichten hat, als die Forschung weiß. Überzeugend verbindet Schumatsky seine politische Verzweiflung über den Krieg in der Ukraine und den Antisemitismus vor seiner Haustür mit Kindheitsbildern und einer persönlichen Lesart von Celans Leben, Schreiben und Tod.

Sachbuch
AvivA

Isabella Caldart: Die Stadt, die sie schrieben. Autorinnen in New York City

  • Isabella Caldart © Privat

Moderation: Britta Jürgs

New York City ist nicht nur ein realer Ort, sondern auch einer des Imaginierten. Seit nunmehr Jahrhunderten erfinden Autor:innen die Stadt neu, halten ihre Vergangenheit fest, notieren Gegenwartsbeobachtungen. Sie schreiben nicht nur in New York und über New York, sondern entwerfen auch ganz unterschiedliche Visionen dieser Stadt und prägen somit das Bild, das man in aller Welt von ihr hat. Die Frankfurter Kulturjournalistin Isabella Caldart führt anhand prominenter Autorinnen sowie unbekannter Romane durch New York. Mit Dorothy Parker gründen wir den New Yorker, mit der Harlem Renaissance revolutionieren wir die Kultur, es geht ins literarische Queens, zum Sockel der Freiheitsstatue, um einen Mord im Kreise Siri Hustvedts und gemeinsam mit Kathy Acker in den Underground der 1970er.

Sachbuch
Societäts-Verlag

Hadwiga Fertsch-Röver / Rafael Herlich / Hans Riebsamen: 101 Orte jüdischen Lebens in Frankfurt

  • Hans Riebsamen © Thomas Rau
  • Hadwiga Fertsch-Röver © Thomas Rau
  • Rafael Herlich © Thomas Rau

Moderation: Simone Wagenhaus (FNP)

Buchpremiere! 101 Orte jüdischen Lebens in Frankfurt macht sichtbar, wie tief jüdische Geschichte und Kultur im Stadtbild verwurzelt sind – und das schon seit dem Mittelalter. Damals wie heute gehört die Jüdische Gemeinde der Stadt zu den größten in Deutschland.

Von den frühesten jüdischen Spuren bis zur Gegenwart, von Kultur über Sport bis zu Persönlichkeiten: Vorgestellt werden nicht nur zentrale Institutionen wie die Westend-Synagoge oder die Philanthropin-Schule, sondern auch Orte wie die Universität, die Alte Oper oder das FSV-Stadion – Zeugnisse des Engagements und Wirkens des jüdischen Bürgertums.

Belletristik
DuMont / Folio / Heyne / Penguin

OPEN BOOKS CRIME / Mit Oliver Bottini / Eva Rossmann / Josi Wismar / Chris Warnat

  • Oliver Bottini © Hans Scherhaufer
  • Eva Rossmann © Nurith Wagner-Strauß
  • Josi Wismar © Privat
  • Chris Warnat © Dominik Rößler / Penguin Random House Verlagsgruppe

Moderation: Mike Altwicker

Einen Abend voller Hochspannung garantiert OPEN BOOKS CRIME: Mit Oliver Bottini, Eva Rossmann, Josi Wismar und Chris Warnat sind vier Meister:innen des literarischen Krimis.

In Oliver Bottinis Die Summe aller Dinge (DuMont) stößt die Frankfurter Polizistin Vera Berg nach dem Tod und Verschwinden dreier befreundeter Banker auf ein tiefes Dickicht aus Gier und millionenschweren Cum-Ex-Steuerbetrügereien. Für das Ermittlerduo Mira Valensky und Vesna Krajner führt die Spurensuche in Eva Rossmanns Licht brennt (Folio) in einen Wiener Traditionsverlag, nachdem der Neffe des Verlegers inmitten hitziger Debatten über Künstliche Intelligenz erschlagen aufgefunden wird. Das exklusive Live-Wochenende eines True-Crime-Podcasts in einem abgelegenen Bergchalet eskaliert in Josi Wismars Dead Air (Heyne) völlig, als vier Jahre nach dem Verschwinden eines Weltbestsellerautors plötzlich ein unveröffentlichtes Manuskript auftaucht. Und ein im eisigen Winter entdecktes Opfer verbindet in Chris Warnats Vier Minuten Stille – Und dann kam der Sturm (Penguin) ein grausames Verbrechen mit einem glutheißen Sommertag auf einem Musikfestival.

Literatur im Römer
Lesungen und Gespräche zur Buchmesse

Literatur im Römer II

  • Hendrik Bolz © Greta Baumann
  • Michael Kumpfmüller © Barbara Dietl
  • Şeyda Kurt © Harriet Meyer
  • Ulrich Peltzer © Isolde Ohlbaum
  • Jaroslav Rudiš © Vojtech Veskrna
  • Karosh Taha © Mina Amiri
  • Ruth-Maria Thomas © Jonas Holthaus
  • Dana Vowinckel © Max Zerrahn/Suhrkamp Verlag

Hendrik Bolz
Aus Ruinen (Kiepenheuer & Witsch)

Michael Kumpfmüller
Böse Kinder (Schöffling & Co.)

Şeyda Kurt
Zeit der Monster (Hanser)

Ulrich Peltzer
Der verlorene Schlaf (S. Fischer)

Jaroslav Rudiš
Wo die Toten sprechen (Luchterhand“

Karosh Taha
Gulistan (DuMont)

Ruth-Maria Thomas
Die zweitgrößte Liebe

Dana Vowinckel
Anton und Alma (Suhrkamp)

Moderation: Cécile Schortmann und Jan Drees

Einlass ab 19.15 Uhr

Sachbuch
C.H. Beck / Herder

Justus Bender: Deutschland 2033. Ein Szenario / Olaf Sundermeyer: Blaues Land. Über Leben mit der AfD

  • Justus Bender © Privat
  • Olaf Sundermeyer © Anja Ensmann

Moderation: Natascha Freundel (rbb Kultur)

Der Journalist Justus Bender entwirf in Deutschland 2033 ein beklemmendes Szenario: Einhundert Jahre nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten steht Deutschland vor einer Bundestagswahl – und die AfD geht als Siegerin hervor. Die Brandmauer hält nicht: In der Hoffnung, die AfD in der Regierung zu entzaubern, gibt die Union nach. Doch das Kalkül scheitert. Die Rechtspopulisten demontieren Schritt für Schritt den liberalen Verfassungsstaat. In nur einem Jahr wächst ein autoritäres Regime heran, das Menschenrechte und Demokratie verachtet.

ARD‑Journalist Olaf Sundermeyer begleitet den Aufstieg der AfD seit ihren Anfängen. In Blaues Land zeigt er, wie sich Regionen verändern, in denen die Partei besonders stark ist: wie sie Nähe schafft, gerade junge Menschen anspricht und ein eigenes politisches Wirklichkeitsbild etabliert. Sundermeyer beschreibt, wie dadurch politische Grenzen verschwimmen und demokratische Strukturen unter Druck geraten. Zugleich stellt er die zentrale Frage, wie mit der AfD umzugehen ist, da reine Empörung bislang wenig bewirkt hat. Sein Buch ist eine eindringliche Analyse und ein Aufruf, die demokratischen Kräfte zu stärken.

Sachbuch
Siedler / Suhrkamp

Andreas Kossert: Elsas Welt. Auf den Spuren meiner Großmutter. Eine Familiengeschichte aus Lodz / Philipp Ther: Der Schatz. Eine böhmische Familiengeschichte

  • Andreas Kossert © Tobias Hein
  • Philipp Ther © Jürgen Bauer

Moderation: Susanne Biedenkopf-Kürten (ZDF)

In seinem persönlichsten Buch folgt Andreas Kossert den Spuren seiner Großmutter Elsa ins polnische Lodz – in eine Stadt, die für seine deutschen Vorfahren einst das „Gelobte Land“ war. Entlang ihrer Biografie zeichnet er ein eindringliches Familienporträt, von den Kolonisten des 18. Jahrhunderts bis zum Alltag unter deutscher Besatzung im Zweiten Weltkrieg in erdrückender Nähe von Terror und Vernichtung. Gleichermaßen entfaltet sich ein großes Panorama der Geschichte Mitteleuropas, erzählt mit großer Wucht und Sensibilität. Elsas Leben zwischen Hoffnung und Verlust jenseits nationaler Eindeutigkeiten steht beispielhaft für das große europäische Drama von Nationalismus und Krieg – und könnte damit kaum aktueller sein.

Im April 1945, die Rote Armee hat längst die Oder überschritten, vergräbt Otto Ther eine Schatzkiste. Mit einem Diamantkreuz, Schmuck und frisch poliertem Silberbesteck. Wie Millionen Deutsche müssen die Thers fliehen, unterwegs werden sie zerstreut. Otto stirbt in einem bayerischen Flüchtlingslager. Offiziell an einer Rippenfellentzündung, in Wirklichkeit an Verzweiflung. Nach dem Mauerfall macht sich Philipp Ther, Ottos Enkel, mit seinem Vater immer wieder auf in die verlorene Heimat im Norden Tschechiens. Sie durchstreifen den Ort und die sanfte Hügellandschaft. Die legendäre Truhe finden sie nicht, dafür bekommen sie im örtlichen Museum drei Kisten voller Fotos und Dokumente überreicht, die sich als Schatz für den Historiker erweisen.

Sachbuch
Klett-Cotta

Andrei Pivovarov: Inside Russia. Wie ich zum Staatsfeind wurde

  • Andrei Pivovarov © Maximilian Gödecke

Moderation/Übersetzung: Christiane Körner
Lesung: Sebastian Reiß

Als Andrei Pivovarov im Mai 2021 in einem Flugzeug von St. Petersburg nach Warschau verhaftet wird, beginnt ein dreijähriger Weg durch Untersuchungshaft, soziale Isolation und Schikane. Der Politiker und Aktivist leitete Open Russia, arbeitete mit dem russischen Liberalen Boris Nemzow und dem Putin-Oppositionellen Michail Chodorkowski zusammen. Sein Verbrechen: Facebook-Posts und die Leitung einer bereits aufgelösten Organisation. Inside Russia ist der ergreifende Bericht eines russischen Politikers, der sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzte und zum Staatsfeind wurde.

 

Zwischen Zeilen
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Zwischen Zeilen: Worte und Kugeln. Ukrainische Kriegslyrik / Mit Kseniya Fuchs / Nea Schmidt / Ganna Gnedkowa

  • Kseniya Fuchs © Olga Kimerling
  • Ganna Gnedkowa © Privat

Moderation: Victoria Feshchuk

Worte und Kugeln – Unter diesem Titel gibt es Einblicke in die Poesie junger ukrainischer Dichter:innen, die gerade im Krieg eingesetzt sind. Unter den Soldat:innen, die derzeit die Ukraine verteidigen, befinden sich circa 100 Schriftsteller:innen. Vier von ihnen, allesamt junge Dichter:innen, schreiben über Glaube, Liebe, Wut, Trauer, Hoffnung und die Zerbrechlichkeit des Wortes „Frieden“, um das sie ringen.

Fr · 9. Oktober
OPEN BOOKS KIDS
Planet!

Sabine Bohlmann: Das ist Frau Honig (ab 4 Jahren)

  • Sabine Bohlmann © Joel Heyd

Wo Frau Honig ist, wird’s magisch! Frau Honig ist kein gewöhnliches Kindermädchen. Mit ihrem senfgelben Mantel, ihren Bienen und den Taschen voller Kindheit zaubert sie Tag für Tag kleine Wunder. Mal verschwinden böse Worte in einer Schublade, mal werden Drachen aus Kreide lebendig und heben ab in die Lüfte. Und wenn ein Kind traurig ist, darf es in schönen Wörtern baden, bis das Herz wieder warm wird. Für Magie braucht es nur ein bisschen Fantasie – und jemanden, der an Wunder glaubt.

Sabine Bohlmann ist Lesekünstlerin des Jahres 2023 – eine Auszeichnung der Interessengruppe (IG) Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels!

Das Buchcover zeigt eine fröhliche Frau mit braunen Haaren in einem gelben Anzug und einem blauen Hut, umgeben von kleinen Tieren und Fischen. Der Hintergrund ist in sanften Farben gehalten, was eine einladende Atmosphäre schafft.

OPEN BOOKS KIDS
dtv junior

Lotte Schweizer: Milla Gorilla (ab 4 Jahren)

  • Lotte Schweizer © Pauline Ruther

Milla ist ein kleines Gorillamädchen. Sie ist neugierig, stark, unerschrocken – und sehr niedlich. Sie lebt mit ihren Eltern in einer Wohnung direkt unterm Dach. Aufregend wird es, als Benjamin, der kleine Tiger, ins Haus zieht. Magisch wird es, als sie ein bisschen zaubert und Hausmeister Caruso vielleicht in einen Frosch verwandelt. Und lustig wird es, als ihr Papa im Schwimmbad beim Rutschen tatsächlich stecken bleibt!

OPEN BOOKS KIDS
Kunstanstifter

Heike Nieder: Meine Welt ist ein Gedicht (ab 6 Jahren)

  • Heike Nieder © Blende 11

Heike Nieder hat Kinder aus 17 verschiedenen Ländern der Welt zu ihren Wünschen, Träumen und Ängsten befragt. Ihre Antworten inspirierten sie zu den Gedichten: Sie handeln von Abenteuern, beschreiben den ganz persönlichen Lieblingsduft, sind witzig, nachdenklich und immer berührend ehrlich. Die Illustration von Martina Walther sind dabei ganz nah dran an den Kindern, die von Kamerun bis China, von Kroatien bis Kambodscha und weit darüber hinaus mal ähnliche, mal ganz unterschiedliche Blicke aufs Leben werfen.

Mit Mini-Lyrik-Werkstatt!

Kids
Hatje Cantz

Rose Apple: Ein singender Baum (ab 4 Jahren)

  • Rose Apple © Gianni Plescia

Wie gern wäre Walter ein Baum voll bunter Farben und Lieder! Doch die großen dunklen Vögel sind so laut, dass er die fröhlichen Stimmen der kleinen gefiederten Freunde gar nicht hören kann. Der kleine Gropi hat eine Idee: Wenn alle Vögel gemeinsam singen, können sie Walter vielleicht wieder zum Blühen bringen. Dieses fröhliche Bilderbuch über Zusammenhalt, Vielfalt und die Kraft leiser Stimmen ist in Kooperation mit dem Bauhaus Archiv / Museum für Gestaltung entstanden.

Mit Mini-Stempel-Werkstatt!

OPEN BOOKS KIDS
Klett Kinderbuch

David Blum: Ins Sparschwein rein? Oh nein! (ab 4 Jahren)

  • David Blum © Gert Mothes

Klein, rund und im Hund: ein Euro auf Abenteuerkurs! Eine frisch geprägte Euromünze wandert von Hand zu Hand und Land zu Land, reist mit Zug, Bus und Lkw, gerät in den Schlund eines Kaffeeautomaten und sogar in das Verdauungssystem eines hungrigen Vierbeiners. Wo kommt so ein Euro her und wer hatte ihn vorher in der Hand? Was kann man alles mit ihm machen? Und warum können manche Menschen ihn einfach verschenken, während andere um jeden einzelnen betteln müssen?

OPEN BOOKS KIDS
Hanser Kinderbuch

Ole Könnecke: Der letzte Zauberspruch (ab 5 Jahren)

  • Ole Könnecke © Hans Könnecke

Dulcinea freut sich riesig auf drei Tage ohne Papa – endlich Zeit für ihr Zauberbuch und die sprechende Ente Luna, die immer einen frechen Kommentar parat hat. Doch schon bald bekommen die beiden Ärger: Ausgerechnet die Hexenschwestern, denen das alte Zauberbuch gehört, wollen es unbedingt zurückhaben. Noch ehe Dulcinea „Hexenbesen“ sagen kann, beginnt eine rasante Flucht mitten hinein in ein wildes Hexen-Abenteuer!

OPEN BOOKS KIDS
arsEdition

Sarah Welk: Mutmurmeln (ab 5 Jahren)

  • Sarah Welk © Martin Kreutter

Lolle und Linus sind sechs Jahre alt, beste Freunde und kommen übermorgen in die Erste Klasse. Aber Linus ist aufgeregt und hat Bauchschmerzen, wenn er an die Schule denkt. Was ist, wenn er mitten im Unterricht aufs Klo muss? Oder wenn er nach der Pause den Weg zurück ins Klassenzimmer nicht mehr findet? Zum Glück hat Lolle eine schlaue Idee. Gemeinsam machen sie sich Mutmurmeln, für die sie eine Menge Mutproben bestehen müssen. Und dann ist plötzlich der erste Schultag da und alles kommt ganz anders als gedacht …

Sarah Welk ist Lesekünstlerin des Jahres 2026 – eine Auszeichnung der Interessengruppe (IG) Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels!

OPEN BOOKS KIDS
Kraus Verlag

Magdalena Rutová: Das Kraken-Tagebuch (ab 7 Jahren)

  • Magdalena Rutová © Jan Faukner

In den Tiefen des Ozeans sammelt eine neugierige Krake fasziniert den Müll der menschlichen Welt: Bürostühle, Handys, Kreditkarten – ein wahres Museum versunkener Erfindungen. Aber wer sind bloß diese Wesen, die solche unglaublichen Dinge erschaffen und dann achtlos wegwerfen? Getrieben von ihrer Neugier, wagt die Krake das Abenteuer, taucht auf und somit ein in die merkwürdige Welt der Menschen und baut sich das spektakulärste Hochhaus der Stadt …
Aus dem Tschechischen übersetzt von Mirko Kraetsch. Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.

Mit Mini-Upcycling-Workshop!

Belletristik
Diogenes

Martin Suter: Ein und Alles

  • Martin Suter © Joël Hunn

Moderation: Nicola Steiner 

Es ist eine große, bedingungslose Liebe: Sascha ist Milas Ein und Alles und umgekehrt. Seit sechs Jahren sind sie ein Paar, und was nichts mit dieser Liebe zu tun hat – der Job, die Familie, die Vergangenheit –, ist für sie bedeutungslos. Als Sascha eines Tages verschwindet, stößt Mila auf Hinweise, die ihr sagen, dass Sascha nicht weit weg sein kann. Und dies, obwohl er im Verdacht steht, bei seiner Firma eine hohe Summe veruntreut und sich abgesetzt zu haben.

Milas Suche nach Sascha führt sie in die verwirrenden Sphären des Bewusstseins, wo sich die Grenzen zwischen Schein und Sein verwischen. Atemlos folgen wir ihr auf Schritt und Tritt, während sich die Spuren im launenhaften Schweizer Frühling langsam verdichten.

Ein und Alles ist doppelt spannend: Es ist ein geheimnisvoller Kriminalfall und eine ungewöhnliche Liebesgeschichte – ein Roman über das größte Rätsel überhaupt.

Belletristik
S. Fischer

Ulrich Peltzer: Der verlorene Schlaf

  • Ulrich Peltzer © Isolde Ohlbaum

Moderation: Sascha Michel

Revolution, Leidenschaft und ein tödliches Duell – Ulrich Peltzer erzählt die Geschichte des berühmten Mathematikers Évariste Galois

1832: Évariste Galois, 20 Jahre jung, unglücklich verliebt, stirbt an den Folgen eines Bauchschusses. In der Nacht vor dem Duell bringt er noch schnell eine mathematische Theorie zu Papier, die ihn weltberühmt machen wird. Gerade erst hat man den Revolutionär und Königsgegner aus der Haft entlassen … Galois‘ Geschichte hat alles, was es für einen packenden Kostümfilm braucht. Zu sehen ist dieser Film vorerst aber nur in den Bildern und Reflexionen eines Drehbuchautors, der in einer schlaflosen Nacht zwischen Julirevolution und Gegenwart hin- und herspringt. Ein beeindruckender, grandios erzählter Roman von Ulrich Peltzer über unsere Freiheit und die wunderbaren Möglichkeiten von Film und Literatur.

Belletristik
dtv

Ruth-Maria Thomas: Die zweitgrößte Liebe

  • Ruth-Maria Thomas © Jonas Holthaus

Moderation: Kara Wolf / Jannik Schümann (Podcast Zwischen Kotti und Kapiteln)

Michelle ist Anfang dreißig, als ihr Leben im Osten des Landes auseinanderbricht. Sie lässt alles hinter sich und fängt von vorne an: Als Rezeptionistin eines Hotels trifft sie auf Luxus, westdeutschen Reichtum und – Henry. Einer, der ganz andere Startmöglichkeiten hatte als sie, dem es nie an irgendetwas gemangelt hat. Sie verlieben sich, allen Unterschieden zum Trotz. Es erscheint Michelle zum ersten Mal möglich, ein sorgloses Leben. Aber es wäre kein Buch von Ruth-Maria Thomas, wenn nicht alle schönen Gewissheiten irgendwann gehörig ins Wanken gerieten … Der Roman erzählt von Aufstiegswünschen, Abstiegsängsten und von der Frage, was Freiheit und Sorglosigkeit für einen Preis haben.

Belletristik
Tropen

Max Czollek: Zweifelssohn

  • Max Czollek © Maximilian Gödecke

Moderation: Shila Behjat 

Der Protagonist Zweifelssohn – wie der jüdische Aufklärer Mendelssohn, aber mit Zweifel – reist von Wien über verschiedene deutsche Städte bis nach Rügen und ist dabei immer auch auf der Flucht vor einer Welt, die der eigenen Gewalt nicht mehr entkommen kann. Zweifelssohn ist der poetische, witzige und verzweifelt optimistische Debütroman von Max Czollek.

Belletristik
Wallstein

Ulf Erdmann Ziegler: Mann ohne Kind

  • Ulf Erdmann Ziegler © Arne Reimer

Moderation: Judith von Sternburg (FR)

Wie aus dem Nichts fällt das Mädchen in Oles Leben. Bis eben hatte es sich noch versteckt. Da ist sie, Miki, siebzehn, die nicht zur Schule geht und schwer mit sich hadert. Es ist Frühjahr in Berlin, hell und kalt. Da ist die Gespenstervilla, das altehrwürdige Kolleg, ein Flecken Strand am Wannsee, eine Küche mit einem großen quadratischen Fenster. Über dem Eingang der Villa schweben zwei in Eisen gegossene Engel über dem Motto „per aspera ad astra“. Diese Engel sind wir, sagt Dolly. Wir beschützen euch. Wir, das sind Dolly selbst, Oles Ehefrau, und Haruko, Mikis Mutter. Sie beobachten die plötzliche, passionierte Freundschaft zwischen dem Mann ohne Kind und dem Kind, das einen Vater zutiefst vermisst. Miki ist wieder in Tokio, und Ole schreibt seine Geschichte auf. Und dann kommt die Einladung. Die erste Reise nach Japan und die zweite. Unter dem Klischee des blühenden Kirschbaums entdeckt Ole eine fast schon geheime Gesellschaft von Genies und Sonderlingen. Miki und Ole streifen durch das älteste Viertel Tokios, Ginza, beobachten Leute, besuchen Restaurants und freuen sich darüber, dass eine Schuhverkäuferin Ole für Mikis Vater hält. Aber das ist nicht die Zukunft. Gibt es eine Zukunft?

Sachbuch
CORRECTIV.Verlag

Marcus Bensmann / Can Dündar: Warnung an Deutschland. Wir haben erlebt, wie Demokratien sterben

  • Marcus Bensmann © CORRECTIV/Ivo Mayr
  • Can Dündar © CORRECTIV/Ivo Mayr

Die Journalisten Can Dündar und Marcus Bensmann wissen, was geschieht, wenn autoritäre Kräfte die Kontrolle über einen Staat erlangen. Beide haben erlebt, wie Institutionen ausgehöhlt, Gerichte eingeschüchtert, Medien gleichgeschaltet und politische Gegner verfolgt werden. Sie fragen sich: Wie verteidigt man eine Demokratie, bevor es zu spät ist?

Aus dieser Frage ist ein Briefwechsel entstanden. Ein Streitgespräch über Freiheit und ihre Grenzen – und über die vielleicht wichtigste politische Frage unserer Zeit: Was, wenn die Demokratie ihre Gegner erst bekämpft, nachdem sie die Macht übernommen haben? Dündar und Bensmann kommen zu dem Schluss: Die Freiheit lässt sich nur aus der Freiheit heraus verteidigen. Sie sagen: Wir müssen die AfD verbieten, bevor es zu spät ist.

Veranstaltung in englischer Sprache. 

Belletristik
Piper

Angelika Klüssendorf: Trost

  • Angelika Klüssendorf © Sarah Wolff

Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich aus der Welt. Für die siebzehnjährige Jane bekommt das Leben erste Risse. Zu Rita, ihrer Stiefmutter, hat sie eine tiefe Bindung. Und wie soll sie mit einem Krieg umgehen, dessen Gewalt sie nicht begreifen kann? Wird ihre Freundschaft mit Lea dieses abgründige Jahr überdauern? Joachim, ein Analphabet in der Seelenliebe, begegnet dagegen mit Ende sechzig einer unverhofften Liebe.

 

International
DuMont

Junko Takase: Richtig gutes Essen

  • Junko Takase © Rana Shimada - Kodansha

Moderation: Malu Schrader
Übersetzung: Emiko Ogawa

Eine angepasste Bürokarriere, eine zuvorkommende Frau, richtig gutes Essen – Nitani weiß, worauf es im Leben ankommen sollte. Die Regeln sind klar, doch Nitani, dessen größtes Glück der Verzehr von Instantramen ist und der am liebsten seine gesamte Nährstoffzufuhr über eine Tablette beziehen würde, tut sich schwer mit ihnen. In seinem Büro ist Ashikawa die Art von Frau, die er wahrscheinlich heiraten wird: liebenswürdig und entschlossen, ihn von seiner Sucht nach Instantnudeln zu befreien. Aber es fällt ihm immer schwerer, sie zu respektieren – oder die süßen Leckereien, die sie verteilt und mit denen sie sich die Zuneigung ihrer Kollegen durch Backen statt durch harte Arbeit sichert. Seine Kollegin Oshio ist unkonventioneller – sie ist Nitanis Trinkpartnerin. In der starr reglementierten Welt des Büros kommen sich die beiden näher. Und ihr offenbart Nitani auch seine geheime Leidenschaft: die Literatur.

In Kooperation mit der Kulturbehörde der japanischen Regierung (ACA).

Sachbuch
Rowohlt

Quentin Gärtner: Deutschland völlig lost. Wie meine Generation dem Land den Arsch retten wird

  • Quentin Gärtner © Yvonne Schmedemann

Moderation: Christine Dankbar (FR)

Wirtschaftskrise, Klimawandel, Krieg in Europa – die Gen Z hat wie kaum eine andere unter der momentanen Dauerkrise zu leiden. Es geht steil bergab: Mit dieser Gewissheit wachsen junge Erwachsene heute auf. Es müsste sich dringend etwas ändern. Doch es wird beschwichtigt, auf fehlendes Geld verwiesen und jungen Menschen pauschal vorgeworfen, weltfremd und faul zu sein. Quentin Gärtner stand als Bundesschülersprecher in der Öffentlichkeit und weiß genau, was das mit seiner Generation macht: Politikverdrossenheit und Zynismus grassieren, Depressionen und der fehlende Glaube an die eigene Selbstwirksamkeit steigen. In seinem Buch rechnet er ab mit der Entscheidungsschwäche des politischen Establishments, dem gesellschaftlichen Stillstand und dem vorherrschenden Motiv, dass alles wieder so wird, wie es einmal war.

Sachbuch
DVA

Simon Engel: Wofür ich immer kämpfen würde. Über die Freiheit und wie wir sie verteidigen

  • Simon Engel © Kay Blaschke / Penguin Random House Verlagsgruppe

Moderation: Christian Geyer (F.A.Z.)

„Ich habe die Uniform nicht angezogen, weil ich den Krieg liebe, sondern weil ich nicht tatenlos zusehen will, wenn andere für mich kämpfen oder sterben sollen. Diese Form von Selbstbestimmtheit ist kein romantisches Ideal. Sie ist konkret, widersprüchlich, schmerzhaft und manchmal kaum zu ertragen. Aber sie ist echt. Und sie ist mein Weg, Freiheit zu leben. Diese Form von Selbstbestimmtheit ist eine konkrete, oft schmerzhafte Praxis. Eine, die die Freiheit nicht in der Vermeidung von Konflikt, sondern in der bewussten Begegnung mit ihm sucht.“

Warum Soldat sein? Was treibt einen Menschen an, sich für unsere Gesellschaft in Lebensgefahr zu begeben?

Wie können wir unsere Demokratie schützen, wenn’s drauf ankommt?

Welche Fragen müssen wir uns als Gesellschaft jetzt stellen, wenn wir auch morgen noch in Freiheit leben wollen?

Sachbuch
Hoffmann und Campe

Constantin Schreiber mit Alice Schwarzer: Die Kraft des Islam. Wie wir auf ein neues islamisches Zeitalter zusteuern

  • Constantin Schreiber © Bernhard Spöttel

Moderation: Sandra Kegel (F.A.Z.)

Der Islam wird in den nächsten Jahren das Christentum als größte Religion überholen. Er schafft neue Gemeinschaften, bietet Zugehörigkeit und Transzendenz – Werte, die in einer brüchigen Welt immer mehr an Bedeutung gewinnen. Constantin Schreiber geht der Frage nach, wie diese Entwicklung unsere Gesellschaft verändert. Denn der Islam wirkt mittlerweile tief in unseren Alltag hinein, von gesellschaftlichen Debatten über Bildung hin zu sozialer Gerechtigkeit. Schreiber wirft aber auch einen Blick auf die Schattenseiten dieses Kulturwandels: Radikalisierung auf der einen, Islamfeindlichkeit auf der anderen Seite.

Belletristik
Blanvalet

Charlotte Link: Kalte Tage

  • Charlotte Link © Isolde Ohlbaum

Moderation: Anouk Schollähn (NDR)

Kalte Tage – Der neue Band der Kate Linville-Reihe: In einer eisigen Winternacht wartet Mariana auf ihre Tochter Gillian, die sich über eine Dating-App mit einem Fremden verabredet hat. Endlich hört sie Schritte … Am nächsten Morgen geht ein Notruf bei der Polizei in Scarborough ein: Bei einem Einbruch wurden ein Mann erschossen und eine junge Frau entführt. Detective Inspector Kate Linville beginnt zu ermitteln. Kurz darauf wird das Verschwinden eines Mannes gemeldet, der auf einer Landstraße mit dem Auto unterwegs war. Gemeinsam mit DCI Andrew Seymour versucht Kate, einen Täter aufzuhalten, über den schnell klar ist: Er ist absolut skrupellos …

International
Zsolnay

Manik Sarkar: Ochsenkopf

  • Manik Sarkar © Jan Reinier van der Vliet

Moderation: Brigitte Kaserer

Rensing junior brennt für die Welt der Fleisch- und Wurstwaren, schon als Kind hilft er dem Vater in der Metzgerei. Er will alles moderner und effizienter machen. Noch wichtiger aber ist ihm die Qualität des Fleisches, nur das allerbeste ist gut genug für seine Kunden. Doch genau für diese Kunden fehlt ihm jedes Gespür. Stur versucht er seine Ideale zu verwirklichen, aber als immer mehr Dorfbewohner an seinem Geschäft vorbei zum Supermarkt gehen, wird sein Leben zunehmend zum Kampf eines einsamen Metzgers gegen den Rest der Welt …

Ochsenkopf ist ein tragikomischer Roman über einen leidenschaftlichen Menschen, der an sich selbst und den Veränderungen um ihn herum scheitert. Und Manik Sarkar fesselt die Leser:innen mit seinem bestechend unterhaltsamen Stil.

Belletristik
mainbook

Franziska Franz: Cold Case Dichterviertel

  • Franziska Franz © Franziska Franz

Moderation: Marcel Verhoff 

Autorin Franziska Franz (True Crime-Podcast SpurenElemente-Original) liest aus ihrem neuen Krimi Cold Case Dichterviertel: Ein ehemaliger Frankfurter Polizist zieht mit seiner Frau in eine verfallene Villa im mondänen Dichterviertel. Beide ahnen nicht, dass die Vergangenheit dort noch immer lebt. Im Geheimfach eines alten Schranks stößt der Mann auf Ausweise – alle gehörten Frauen, die vor Jahren spurlos verschwanden.

Belletristik
btb

Melanie Raabe: Daisy – Und all deine Geheimnisse werden mir gehören

  • Melanie Raabe © Marina Weigl

Moderation: Thomas Laue

Es gibt kein Gesetz gegen Bosheit. Aber es gibt mich …

Luca scheint recht unauffällig, aber nur auf den ersten Blick. Dass sie ein gewagtes Doppelleben führt, ahnt keiner. Sie ist 34, chronischer Single und geschätzte Anwältin in einer Berliner Kanzlei. Ihre kleine Wohnung ist vollgestopft mit Büchern, Schallplatten und Akten. Tagsüber gute Freundin und hart arbeitende Juristin, sorgt sie des Nachts jedoch auf ganz andere Art für Gerechtigkeit. Dann nämlich sucht sie still und leise all jene heim, die straflos mit etwas Bösem davongekommen sind. Und hinterlässt dabei ein Markenzeichen – ein Gänseblümchen.

Doch eines Tages wird sie bei einem ihrer nächtlichen Einsätze fast erwischt. Und plötzlich hängen in der ganzen Stadt rätselhafte Plakate, die sich wie Drohungen für sie lesen: Ich werde dich finden. Ein gefährliches Katz- und Maus-Spiel beginnt. Doch hat Luca überhaupt den richtigen Gegner im Visier?

Sachbuch
Campus

Kai Ambos: Staatsräson nach Gaza. Das deutsch-israelische Verhältnis und das Völkerrecht

  • Kai Ambos © Christoph Mischke

Moderation: 

Israel und Deutschland pflegen – als historische Lehre aus dem Holocaust – ein besonderes Verhältnis. Die deutsche Israelpolitik orientiert sich dabei am höchst ambivalenten Konzept der „Staatsräson“. Dieses Konzept gewann mit dem Hamas-Angriff auf Israel im Oktober 2023 an Bedeutung, um die praktisch bedingungslose deutsche Unterstützung der israelischen Kriegsführung in Gaza und darüber hinaus zu rechtfertigen. Der Völkerrechtler Kai Ambos unterzieht die „Staatsräson“ einer historisch-etymologischen Analyse, klärt ihr Verhältnis zu Völkerrecht und Verfassung und fragt, ob Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und sogar ein Genozid begangen worden sein könnten.

Sachbuch
Frankfurter Allgemeine Buch

Gerald Braunberger: Fackel der Demokratie. Die Geschichte der Frankfurter Zeitung

  • Gerald Braunberger © F.A.Z.

Moderation: Ralph Bollmann (F.A.S.)

Gerald Braunbergers Fackel der Demokratie ist mehr als die Chronik der Frankfurter Zeitung: Das Buch zeichnet ein Panorama deutscher Geschichte und zeigt, wie fragil Freiheit und Rechtsstaat sein können – damals wie heute.

Ausgehend von der Gründung im Geiste der Ideale von 1848, schildert das Buch eine Epoche politischer Umbrüche. Es geht um den Kampf gegen das autokratische Preußen, um Deutschlands Kurs in Europa und der Welt und um eine Haltung, die auf Annäherung an den Westen und die Vision eines vereinten Europas setzte. Zwischen 1870 und 1933 zählt die Zeitung zu den angesehensten Blättern des Landes und versteht sich als Verteidigerin der Demokratie. Unter dem Nationalsozialismus ringt die Zeitung um Handlungsspielräume zwischen Anpassung und Widerstand, bis sie 1943 geschlossen wird.

Ein hochaktuelles Buch über Pressefreiheit, politische Verführung und die Verantwortung des Journalismus.

Belletristik
Piper

Özge Inan: Die Dichterin

  • Özge Inan © Paul Schwenn

Moderation: Hannes Ulbrich

Emma Rodenstock ist ein Phänomen. Kritik, Talkshows und Publikum reißen sich um die junge Dichterin aus der Unterschicht. Sie gibt der Debatte um Klassismus und Privilegien ein Gesicht. Bis Nazanin Esfahani, aufstrebende Journalistin, eine Unstimmigkeit in ihrer Geschichte findet. Sehr bald taucht auch eine zweite Lyrikerin auf, die Emmas Texte geschrieben haben will. Kann das wahr sein? Es wäre ein handfester Skandal. Und für Nazanin ein Coup. Doch wem ist damit geholfen? Und wem schadet es? Ein hochunterhaltsamer Roman über die Macht von Geschichten in Zeiten der Aufmerksamkeitsökonomie.

„Eine Heldin, die man bewundert und verabscheut. Ich will mit Emma befreundet sein und habe Angst vor ihr.“ Caroline Wahl

Belletristik
Rowohlt

Lukas Bärfuss: Königin der Nacht. Ein kurzes Buch über meine Mutter

  • Lukas Bärfuss © Lea Meienberg

Moderation: Ariane Binder (SWR)

Eine Stadt in der Schweiz. Ein Haushalt mit einer Frau und ihrem Sohn. Es gibt keinen Mann, es gibt Männer. Und an Geld herrscht immer Mangel, an Zärtlichkeit erst recht.

Die Mutter von Lukas Bärfuss war eine Frau ohne Bildung und ohne Perspektiven, dafür mit einem unstillbaren Freiheitsverlangen. Das Kind sah sie als Fessel, eine Rabenmutter, so nannte sie sich selbst. Ihr Sohn landete auf der Straße. Sie hatte nur die Waffe der Ohnmächtigen, das böse Maul. Und im Alter blieb ihr kein anderer Ausweg als die Armutsmigration in die Dominikanische Republik.

Der Sohn musste sich früh in der Kunst üben, seine Mutter zu überleben. Heute stellt er, schreibend sich erinnernd, die Frage, wo in einem elenden Leben die persönliche Verantwortung aufhört und die einer ganzen Gesellschaft beginnt.

Zwischen Zeilen
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Zwischen Zeilen III: Literatur aus Palästina, Israel und der Ukraine / Mit Miriam Carbe / Kseniya Fuchs / Eva Menasse

  • Miriam Carbe © Wolfgang Stahr
  • Kseniya Fuchs © Olga Kimerling
  • Eva Menasse © Lena Giovanazzi/laif

Moderation: Jona Elisa Jeska

In der Veranstaltungsreihe Zwischen Zeilen. Eine Stunde Schönheit lesen Schriftsteller*innen aus den Werken ihrer Kolleg*innen aus Kriegs- und Krisengebieten. Bewaffnete Konflikte, Besatzung und Unterdrückung beeinträchtigen das Recht auf freie Meinungsäußerung und behindern den Zugang zu freier und unabhängiger Literatur. Ihr droht, inmitten von Gewalt und Leid nicht mehr wahrgenommen zu werden. Die Lesenden wollen uns mit Zwischen Zeilen daran erinnern, wie notwendig die Literatur von und für diese Orte ist. Sie geben uns einen Blick auf die Widerstandskraft und den Erfindungsreichtum des Menschen inmitten der Traumata des Krieges.

Sachbuch
J.H.W. Dietz

Jürgen Pfeffer / Matthias Pfeffer / Paul Nemitz: Die offene Zukunft und ihre Feinde. Wie wir die freie Gesellschaft vor der KI-Diktatur bewahren können

  • Jürgen Pfeffer © Alexander Kagan
  • Matthias Pfeffer © Heidi Scherm
  • Paul Nemitz © Tobias Frietzsche

Moderation: Alexander Behrens

KI verändert unsere Welt schneller als jede Technologie zuvor. Sie verspricht Effizienz, Wohlstand und Fortschritt – und bedroht zugleich Demokratie, Freiheit und menschliche Selbstbestimmung. Die wehrhafte Demokratie darf der Allianz von Big Tech und Rechtsextremen nicht die Zukunft überlassen. KI muss politisch gebändigt und demokratisch gestaltet werden, damit der Mensch souverän bleibt.

Die Autoren Jürgen Pfeffer, Matthias Pfeffer und Paul Nemitz zeigen die technischen Grenzen vermeintlicher überlegener Intelligenz, entlarven ideologische Heilsversprechen und beschreiben die Machtkonzentration des digital-ökonomischen Komplexes. Ihre konkreten Handlungsvorschläge: smarte Regulierung, konsequente Durchsetzung des europäischen Rechts, Dezentralisierung und digitale Souveränität auf individueller und staatlicher Ebene.

Sachbuch
Herder

Mojib Latif: Wasser – das bedrohte Element. Wie wir unsere Lebensgrundlage zerstören

  • Mojib Latif © Akademie der Wissenschaften, Jann Wilken

Moderation: Joachim Müller-Jung (F.A.Z.)

Unsere Erde ist ein Wasserplanet. Drei Viertel sind von Wasser bedeckt. Wasser existiert in vielen Formen, ob als Meer, Fluss, See oder als Wolke. Und es ist der Ursprungsort allen Lebens, ein wichtiger Energieträger sowie die wesentliche Voraussetzung für unsere Ernährung. Jedoch scheint es das Ziel der Menschheit zu sein, sich dieser Lebensgrundlage zu entledigen. Nicht zuletzt durch den Klimawandel verschärfen wir den Wassermangel.

Das Wasser schwebt in großer Gefahr – und es wehrt sich gegen uns mit Dürren, Überschwemmungen, Starkregen oder Trinkwassermangel. In seinem neuen Buch zeigt der prominente Klima- und Ozeanforscher Mojib Latif eindrucksvoll, in welche Gefahr sich die Menschheit begibt. Und wie sie sich eine lebenswerte Zukunft erhalten kann.

Belletristik
Kiepenheuer & Witsch

Hendrik Bolz: Aus Ruinen. Junger Mann in Krisenzeiten / Paula Fürstenberg: Niewiedervereinigung. 100 Zwischenrufe zur deutschen Einheit

  • Hendrik Bolz © Greta Baumann
  • Paula Fürstenberg © Sophie Kirchner

Moderation: David Rupp

Nach seinem erfolgreichen Debüt Nullerjahre schreibt Hendrik Bolz in seinem neuen Roman über einen jungen Mann in der Krise, über eine Ankunft in Berlin am Ende der Nullerjahre und über die scheiternde Anpassung an ein rätselhaftes Wertesystem. Ein greller und zugleich feiner Blick in eine Zeit, aus der unsere Gegenwart geworden ist.

Paula Fürstenberg ist wütend. Wie allen Nachwendekindern hat man ihr im Einheitstaumel blühende Landschaften und Antifaschismus versprochen. Die Realität sah anders aus: Arbeitslosigkeit, Abwanderung und rechte Gewalt. Und heute: eine rechtsextreme Partei, die nur zu gerne die patriotische und nationalistische Idee der inneren Einheit aufgreift. Aber so war das doch nicht gemeint mit Deutschland einig Vaterland – oder doch?

Belletristik
Penguin

Gregor Sander: Troja, später Nachmittag

  • Gregor Sander © Heike Steinweg

Moderation: Cornelia Geißler (Berliner Zeitung)

Als der junge Heinrich in seinem mecklenburgischen Heimatdorf zum ersten Mal von der Ilias hört, ahnt er noch nicht, dass dieses Buch sein Leben entscheidend prägen wird. Doch aus dem Pfarrerssohn, der sich vor den Schlägen des Vaters in Träumereien flüchtet, wird einmal der Weltstar Heinrich Schliemann werden, der Entdecker des mutmaßlichen Troja und Begründer der modernen Archäologie. Als Kaufmann häufig auf Reisen, verschlägt es ihn von Amsterdam über Sankt Petersburg, Sacramento und Panama bis nach Griechenland, wo sich Schliemann auf die fieberhafte Suche nach dem Palast des Odysseus begibt. Halt findet er stets im Austausch mit seiner Kindheitsfreundin und großen Liebe Minna Meincke – Minna, die einen anderen Mann geheiratet hat und zu der trotz vieler Kilometer Entfernung die Nähe nie abreißt. Ein opulenter, sinnlicher und spannungsreicher Roman über das Suchen und Finden.

Belletristik
Berlin Verlag

Kerstin Preiwuß: Wir alle / Rodeo

  • Kerstin Preiwuß © Isolde Ohlbaum

Moderation: Beate Tröger

Ein hellsichtiger Gesellschaftsroman über den anhaltenden Ausnahmezustand der Gegenwart. Eine Pfandleiherin, die die Welt nicht mehr versteht. Ein Laubenbewohner, der auch mal Glück im Leben haben will. Ein Mann, der trotz Ruhestand weitermacht. Eine junge Frau, die sich nicht entscheiden kann. In einer überhitzten Stadt im Osten des Landes treffen diese Menschen aufeinander. Obwohl sie wenig gemein haben, werden sie zu einer Schicksalsgemeinschaft, denn die Zeiten sind schwierig, der Druck steigt. Vier einander fremde Menschen werden zu einem Wir – in der Stadt, im Stau, im Sturm, am Meer. Sinnlich-präzise, hellsichtig-poetisch und refrainartig-klar erzählt Kerstin Preiwuß von der allgemeinen Überforderung, von Würde und den kleinen Ritualen, die uns aufrecht halten.

International
DuMont

Yang Shuang-zi: Das Taiwan-Tagebuch

  • Yang Shuang-zi © YJ Chen

Moderation/Lesung: Karin Belz
Übersetzung: Yu-li Lin

Die japanische Schriftstellerin Aoyama Chizuko reist nach Taiwan, eingeladen von der dort herrschenden Kolonialmacht Japan. Doch Chizuko hat kein Interesse an imperialistischen Plänen, sondern sehnt sich danach, das echte Leben auf der Insel kennenzulernen und so viel von der authentischen Küche zu kosten, wie ihr berühmt berüchtigter Heißhunger verkraften kann. Bald wird eine Taiwanerin als ihre Dolmetscherin engagiert und lässt ihre Träume wahr werden. Die beiden kommen sich auf langen Zugfahrten durch malerische Landschaften näher, doch etwas veranlasst Chizuru, auf Distanz zu bleiben.

Das Taiwan-Tagebuch ist eine kunstvolle Auseinandersetzung mit Zeitgeschichte, mit dem kulturellen Zusammenhang von Küche und Sprache sowie eine bittersüße Liebesgeschichte, die aufzeigt, wie Machtverhältnisse unsere intimsten Beziehungen beeinflussen. Yang Shuang-zi wurde für ihren Roman mit dem International Booker Prize ausgezeichnet.

Literatur im Römer
Neue Stimmen, neue Bücher

Debüts im Römer

  • Louise K. Böhm © Lenny Rothenberg
  • Evelyn Bubich © Manfred Poor
  • Ubin Eoh © Neven Allgeier
  • Emil Fadel © Tabea Rief
  • Leh-Wei Liao © Anja Köhne
  • Constantin Lieb © Max Zerrahn/Suhrkamp Verlag
  • Mario Petuzzi © Michaela Koelle/Agentur Anzenberger/Diogenes Verlag
  • Zelal Yeşilyurt © Greta Markurt

Louise K. Böhm
Kaskaden (Penguin)

Evelyn Bubich
All These Pretty Girls (Otto Müller Verlag)

Ubin Eoh
Honey und Blondie (park x ullstein)

Emil Fadel
Schnittblumen machen mich traurig (Edition W)

Leh-Wei Liao
Glaszeit (Luchterhand)

Constantin Lieb
Wildboden (Insel Verlag)

Mario Petuzzi
Winterschlaf (Diogenes)

Zelal Yeşilyurt
Molotov Cocktail Dress (Korbinian)

Moderation: Carolin Callies und Tilman Strasser

Einlass ab 19.15 Uhr

 

Sachbuch
C.H. Beck

Ilko-Sascha Kowalczuk: Faschismus ist keine Meinung. Stabil bleiben in autoritären Zeiten / Ruprecht Polenz: Wie ein Volk den Verstand verliert. Und was wir dagegen tun können

  • Ilko-Sascha Kowalczuk © Ekkovon Schwichow
  • Ruprecht Polenz © Privat

Moderation: Friederike Haupt (F.A.Z.)

Deutschland ist trotz aller Probleme nach wie vor eines der politisch stabilsten, sozial sichersten, wirtschaftlich stärksten und gesellschaftlich freiheitlichsten Länder der Welt, schreibt der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk in Faschismus ist keine Meinung. Doch Populisten und Extremisten vermitteln ein ganz anderes Bild, versuchen auch in Deutschland die Demokratie zu demontieren. Was können wir ihnen entgegen setzen? Wie bleibt man stabil in den neuen autoritären Zeiten?

Demokratie ist auf ein urteilsfähiges Wahlvolk angewiesen, so der CDU-Politiker Ruprecht Polenz. Dazu gehört, Tatsachen von Meinungen unterscheiden zu können. Der ideale Untertan ist jemand, für den es nicht mehr darauf ankommt, ob der Herrscher lügt oder die Wahrheit sagt, hat schon Hanna Arendt analysiert. Wird das die allgemeine Einstellung, ist Kritik nicht mehr möglich. Das Volk hat seinen Verstand verloren.

Sachbuch
C.H. Beck

Martin Doerry: Augstein. Ein deutsches Leben

  • Martin Doerry © Privat

Moderation: Susanne Beyer (Spiegel)

Zum 80. Geburtstag des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL erscheint die große Biografie seines Gründers Rudolf Augstein, recherchiert aus bisher unbekannten Archivquellen. In Augstein. Ein deutsches Leben zeichnen Martin Doerry und sein Ko-Autor Hauke Janssen, zwei ehemalige SPIEGEL-Journalisten, ein kritisches Porträt ihres früheren Chefs.

Sachbuch
Klett-Cotta

Raimund Schulz: Odysseus. Mythos und Wahrheit

  • Raimund Schulz © Maximilian Gödecke

Moderation: Jan Küveler (Welt)

Jeder kennt ihn, doch niemand weiß, wer er wirklich war: Odysseus, der König von Ithaka, der auszog, Troja zu erobern; der auf der Rückfahrt bis ans Ende der Welt verschlagen wird, um nach 20 Jahren Frau und Heimat zurückzugewinnen. Der berühmteste Held der homerischen Epen ist aber auch Repräsentant einer Schlüsselepoche der Antike, die unsere Kultur bis heute prägt. Raimund Schulz zeigt am Leben des Odysseus das ungeschminkte Antlitz einer Zeit voller Not, Unsicherheit und Ängste, eine Welt der politischen Kämpfe und der Abenteuer, in der starke Frauen dem Helden den Weg weisen. Die Entzauberung eines Helden lässt ein Weltepos in neuem Licht erscheinen: Es ist Spiegel einer Gesellschaft, die alle menschlichen Abgründe kennt, die Raub und Mord zum Überlebensmotto macht, in der Triumph und tiefer Fall ganz nahe beieinander liegen, die aber auch um den Wert des Menschen weiß, der sich wie Odysseus immer wieder aufrichtet und gegen alle Widrigkeiten überlebt.

Belletristik
B3

Jakob Stein: Schuld und Unschuld. Die Wandlung des Henry Jaeger

  • Jakob Stein © B3 Verlag

Moderation: Alf Haubitz (hr2-kultur)

Silvester 1954. In den frühen Morgenstunden überfällt eine dreiste Räuberbande die Rentenauszahlstelle in Frankfurt am Main. Die Tat erschüttert die Öffentlichkeit der gesamten Bundesrepublik. Im Fortgang wird daraus der erste Medienprozess der BRD. Im Zentrum drei junge Männer, die nicht nur ihre gemeinsame Kindheit vereint.

Schuld und Unschuld schildert das Streben nach dem kleinen persönlichen Glück innerhalb einer verworfenen Welt. Hindernisse dabei werden von den Protagonisten häufig einer übergeordneten Macht zugeschrieben, die in allem gegen sie gerichtet ist. In diesem Sinn ist der Roman von hoher Aktualität und ein Spiegel ins Hier und Jetzt.

Sachbuch
S. Fischer

Engin Çatık: Ich gebe niemanden auf. Wie radikales Vertrauen unsere Gesellschaft stärkt

  • Engin Çatık © Privat

Moderation: Hadija Haruna-Oelker (hr)

Der erfahrene Schulleiter Engin Çatık macht Schlagzeilen, als er in Berlin bereits die zweite „Skandalschule“ rettet, an der Mobbing und Gewalteskalationen an der Tagesordnung standen. Er ist selber prekär aufgewachsen und versteht die Lebensrealitäten und Probleme vieler Jugendlicher. Er begegnet ihnen mit Wertschätzung und zugewandter Autorität, die Schulgemeinschaft ist ihm wichtig. Was in der Schule schiefläuft, das zeigt er eindrücklich, steht exemplarisch für den Zustand unseres Zusammenlebens. Mit Empathie und Engagement setzt er sich ein für Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit. Denn nur so wird unsere alternde Gesellschaft eine Zukunft haben.

Sachbuch
Klett-Cotta

Hubertus Heil mit Jürgen Trittin: Der Angriff der Autokraten. Die Verteidigung der Demokratie gegen innere und äußere Gegner

  • Hubertus Heil © Fionn Grosse

Moderation: Franziska Haas

Europa steht unter Druck: Autoritäre Regime, digitale Manipulation, wirtschaftliche Abhängigkeiten und der Aufstieg der extremen Rechten treffen auf eine erschöpfte Öffentlichkeit. Eindringlich schildert Hubertus Heil, wie hybride Angriffe – von Desinformation über Einflussnetzwerke bis zu geoökonomischen Hebeln – unsere Demokratie unterminieren. Zugleich zeigt er Wege auf, wie Demokratien sich erneuern und schützen können: Ein hochaktuelles Buch über die Zukunft unserer Freiheit, dass der frühere Bundesminister für Arbeit und Soziales  bei OPEN BOOKS im Gespräch mit Jürgen Trittin vorstellt.

Ein gefälschtes Nachrichtenportal, chinesische Investitionen in europäische Häfen, mächtige Tech-Konzerne und eine rechtsextreme Partei in Deutschland, die Putins Narrative verbreitet. Das alles sind keine Zufälle, sondern Teile eines geopolitischen Machtkampfs, der die Freiheit demokratischer Gesellschaften massiv bedroht. Hubertus Heil entfaltet die großen Zusammenhänge, analysiert russische Einflussoperationen, chinesische Machtprojektion sowie die Vernetzung der neuen Rechten in Deutschland mit dem Trumpismus in den USA. Anschaulich und kenntnisreich beschreibt er, wie hybride Kriegsführung, wirtschaftlicher Druck, digitale Plattformen und ideologische Allianzen zur Waffe werden. Der Autor verbindet persönliche Erfahrung und Insiderwissen aus dem Maschinenraum der Politik mit brandaktuellen Themen.

Sa · 10. Oktober
OPEN BOOKS KIDS
Insel

Cornelia Funke: Emma glaubt nicht an Feen (ab 7 Jahren)

  • Cornelia Funke © Emanuele Camerini

Moderation: Stefan Hauck (Bücherpodcast Die Kinderbuchpraxis)

Feen gibt es nicht … oder doch? Emma liebt es, draußen unterwegs zu sein und Tiere und Pflanzen zu erforschen. Als sie im verwilderten Park nebenan ein merkwürdiges Insekt entdeckt, verfolgt sie es bis tief in ein Brombeergestrüpp. Plötzlich steht sie auf einer wunderschönen Lichtung, die Sonne scheint – und Emma ist auf die Größe einer Maus geschrumpft! Wie kann das sein? Der Auftakt einer neuen Reihe und der Beginn von Emmas aufregenden Abenteuern in der verborgenden Welt der Feen.

OPEN BOOKS KIDS
Fischer Sauerländer

Alexander Steffensmeier: Lieselotte lauert (ab 4 Jahren)

  • Alexander Steffensmeier © Privat

Die Kuh Lieselotte ist eigentlich ganz friedlich. Nur auf den Postboten hat sie es abgesehen. Nichts liebt sie mehr, als ihm aufzulauern und ihn zu erschrecken. Der arme Kerl hat schon Albträume. Auch die Bäuerin ist wütend. Denn jedes Paket, das sie bekommt, ist beschädigt, weil der Postbote es vor lauter Schreck immer fallen lässt. So geht das nicht weiter. Da hat der Postbote eine Idee …

Die beliebteste Bilderbuchkuh hat Geburtstag: 20 Jahre Lieselotte! Wir feiern das erste Lieselotte-Abenteuer, das nun in der Jubiläumsausgabe vorliegt.

OPEN BOOKS KIDS
Moritz

Jörg Mühle: Ganz schön mutig! (ab 7 Jahren)

  • Jörg Mühle © Steve Bauerschmidt

Kaninchen Nini, Hamster Goldi und Haselmaus Klaus sind beste Freunde. Sie wollen unbedingt wissen, was mutig ist. Bestimmt nicht, sich vor etwas zu fürchten, das überhaupt nicht gefährlich ist! Mutig sein heißt, neue Wege zu gehen und auch mal Nein! zu sagen. Wie aber ist es mit Mutproben? Sind sie grundsätzlich doof oder können sie auch Spaß machen? Jörg Mühle erzählt in seinem ersten Kindercomic ein Dutzend mutiger Geschichten.

OPEN BOOKS KIDS
Carlsen

Ulrich Hub / Jörg Mühle: Geburtstag im Staubsauger (ab 8 Jahren)

  • Ulrich Hub © Paula Hensel
  • Jörg Mühle © Steve Bauerschmidt

Auch beste Freunde können sich mal verkrachen – aber ausgerechnet am Geburtstag!? Als das blinde Huhn das Geschenk der lahmen Ente auspackt, ist die Enttäuschung groß: Ein Staubsauger? Wie geschmacklos! Dass das Huhn die Ente kurz darauf einsaugt, war allerdings ganz aus Versehen. Mutig folgt das Huhn, und so dringen sie gemeinsam in das Innere des Staubsaugers vor. Unglaubliche Abenteuer warten auf sie, bei denen ihre Freundschaft wieder einmal auf eine harte Probe gestellt wird.

OPEN BOOKS KIDS
NordSüd

Marcus Pfister: Der Regenbogenfisch (ab 4 Jahren)

  • Marcus Pfister © Privat

Wer kennt ihn nicht, den Regenbogenfisch? Mit seinem schillernden Schuppenkleid ist er der allerschönste Fisch im ganzen Ozean. Da er aber auch eitel und stolz ist, wird er mit der Zeit immer einsamer. Da merkt er, dass man Freunde nicht durch Schönheit gewinnen kann. Bei OPEN BOOKS KIDS liest Marcus Pfister seinen Weltbestseller vor. Puppenbauer Florian Moch und Puppenspieler Hans Kautzmann bringen die Original-Puppen er Augsburger Puppenkiste mit und erwecken sie zum Leben, kurz bevor sie im Herbst die Kinoleinwand erobern.

OPEN BOOKS KIDS
Tulipan

Rüdiger Bertram: Ninas Monster. Zuhause gesucht (ab 8 Jahren)

  • Rüdiger Bertram © Bob Heinemann

Eigentlich wollte Nina nur ein Monster, um sich sicher zu fühlen. Doch jetzt hat sie gleich fünf nicht gerade unauffällige Monster, für die sie schnellstmöglich nette Familien finden muss. Übergangsweise hat sie die bei ihrer Oma untergebracht. Doch als die fiesen Besitzer der Monster auftauchen, um ihre „Ware“ zurückzuholen, beginnt eine wilde Flucht quer durch die Stadt: ein Büchereibus ohne Bremsen und eine Oma, die Gas gibt wie ein Profi. Ob Nina es schafft, ihre monstermäßigen Freunde zu retten, damit sie endlich frei sein können?

OPEN BOOKS KIDS
Fischer Sauerländer

Stefanie Taschinski: Die Mutsammlerin (ab 10 Jahren)

  • Stefanie Taschinski © Carina Häusler

Mit: Bernhard Esser, Nachfahre einer Hamburger Widerstandsfamilie
Moderation: Ines Dettmann (Literaturhaus Köln)

Die 12-jährige Emmi findet auf dem Dachboden das Tagebuch ihrer Ururgroßmutter Elsa. Fasziniert taucht sie in das Deutschland der 1930er-Jahre ein, liest von einer Zeit, in der ein falsches Wort lebensgefährlich sein konnte und erfährt, wie Elsa trotzdem den Mut fand, das Richtige zu tun. Als Emmi das Nachbarsmädchen Bianca kennenlernt und beobachten muss, wie sie von Jungen beschimpft wird, schnürt ihr die Angst die Kehle zu. Kann Elsas Tagebuch Emmi helfen, ihren eigenen Mut zu finden?

Die Mutsammlerin erzählt von Angst, Zivilcourage und der Kraft, nicht wegzusehen. Es basiert auf der wahren Geschichte der Hamburger Familie Esser, die während der NS-Zeit Widerstand leistete.

Sachbuch
Reclam

Hendrik Simon: Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen

  • Hendrik Simon © Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung - Uwe Dettmar

Moderation: Stefan Kroll

„Der Krieg ist zurück in Europa!“, heißt es – und mit ihm die Angst. Müssen wir wieder die Sprache der Machtpolitik lernen, um den Frieden zu sichern? Stehen wir wirklich vor dem Ende der regelbasierten Ordnung? Der preisgekrönte Friedensforscher Hendrik Simon bezieht in dieser hitzigen Debatte klar Stellung: Krieg war nie bloße Politik, er musste stets gerechtfertigt werden.

Simon zerlegt die Argumente der „Realpolitiker“ und zeigt anhand historischer und aktueller Beispiele – von der US-Außenpolitik bis zum russischen Angriff auf die Ukraine –, warum das Völkerrecht keine naive Träumerei ist, sondern unser wichtigster Schutzschild gegen Willkür. Eine brillante Analyse, die Orientierung in unsicheren Zeiten bietet und Mut macht, das Recht entschieden gegen die Macht zu verteidigen.

Belletristik
Kulturmaschinen

Ralph Roger Glöckler: Spiegelungen

  • Ralph Roger Glöckler © Ralph Roger Glöckler

Moderation: Sven Limbeck 

Ein Hotel am Pragser Wildsee in Südtirol schrieb Geschichte. Hier wurden am Ende des Zweiten Weltkrieges befreite SS-Geiseln aufgenommen, später ist es zum Sehnsuchtsort von Musikern, Künstlern, Politikern, Schriftstellern geworden. Dieser Band vereinigt drei Reaktionen auf Natur, Hotel und dessen Geschichte: Die Gemälde von Uli Schaarschmidt sind Visionen von Text und Natur. Die Prosaarbeit Spiegelungen ist keine realistische Erzählung, werden Hotel, See und Gebirge doch zu allegorischen Orten, Personen zu fiktiven Figuren, der Text ist Naturreflexion, Ausdruck der Suche nach künstlerischer Wahrheit, Studie über das Altern. Die Reportage von Monika Held, Bildungsurlaub, berichtet von der politischen Geschichte des Hauses. Verschiedene Spiegelungen eines magischen Ortes.

Belletristik
park x ullstein

Ilona Hartmann: Junk

  • Ilona Hartmann © Iga Drobisz
  • Isabella Caldart © Privat

Moderation: Isabella Caldart

Sieben Tage hat sie Zeit. Sieben Tage zwischen einer beunruhigenden Diagnose und dem klärenden Arzttermin, der alles verändern könnte. Sieben Tage, um nicht nachzudenken – oder endlich aufzuräumen. Statt in den Urlaub zu fahren oder sich ablenken zu lassen, steigt sie hinab in ihr Kellerabteil, ausgestattet mit Stirnlampe, Müsliriegeln und dem festen Vorsatz, sich von allem zu trennen, was sie nicht mehr braucht und freizulassen, was ohne sie besser dran ist.

Doch zwischen Umzugskartons und Erinnerungskisten, XXL-Plüschteddys und 20 Jahre alten Zahnbürsten beginnt eine unerwartete Expedition. Begleitet von ihrer minimalistischen Schwester, einer pragmatischen Gebrauchtwarenhändlerin und den Fabelwesen, die im Keller rascheln, stellt sie fest: Wegwerfen ist Trennung ohne Hintertür.

Sachbuch
Berlin Verlag / Ullstein

Ahmad Mansour: Haltung ohne Hass. Eine Aufforderung / Omid Nouripour: Empört Euch nicht!

  • Ahmad Mansour © Marcus Höhn
  • Omid Nouripour © Daniel Hofer

Moderation: Tania Martini (F.A.Z.)

Tiefgreifende Gesellschaftsanalyse eines der führenden Extremismusexperten des Landes. Die Welt scheint aus den Fugen, Krisen folgen auf Krisen. Gewissheiten lösen sich auf, Menschen haben verlernt, miteinander zu reden. Sie werden feindseliger, radikaler – und das nicht nur an den politischen Rändern. Ahmad Mansour erzählt von einer Gesellschaft, der das Zuhören abhandengekommen ist; die sich für demokratisch hält und doch selbst immer misstrauischer und gereizter wird. Der renommierte Psychologe und Präventionsexperte  erlebt dies als tägliche Realität in Gesprächen mit Jugendlichen, mit Lehrkräften, mit Sicherheitsbehörden. Eindringlich wirbt er dafür, wieder miteinander ins Gespräch zu kommen, auch mit Andersdenkenden – nur so können wir als demokratische Gesellschaft bestehen.

Fünfzehn Jahre nach Stéphane Hessels Manifest Empört euch!, einem Aufruf zum Widerstand und gegen die Ignoranz, ist aus Empörung ein Dauerzustand geworden. Wir empören uns auf Social Media und in Talkshows über alles – über große politische Fragen in der gleichen Intensität wie über Banalitäten. Raum für differenzierte Antworten auf komplexe Fragen gibt es kaum. Das Ergebnis: gesellschaftliche Spaltung statt Zusammenhalt, Kulturkämpfe statt Lösungen, Lähmung statt Fortschritt. Omid Nouripour, von Berufs wegen Experte für Kompromisse, weiß: Mit Wut und Geschrei allein kommen wir nicht weiter. Er fordert ein Ende der Empörungskultur, in der das Geschrei jede kluge Antwort übertönt.

Sachbuch
CORRECTIV.Verlag

Anette Dowideit: Ich bin doch kein Rassist, aber … Für eine ehrliche Debatte über Migration

  • Anette Dowideit © CORRECTIV - Ivo Mayr

Moderation: Bastian Schlange

CORRECTIV-Chefredakteurin Anette Dowideit und Desinformations-Expertin Lara Grewe blicken auf eine Debatte, die festgefahren scheint, weil sie geprägt ist von Populismus, Stammtischparolen und der Angst vor potenziellen Rassismusvorwürfen. Wie lässt sich über Probleme mit Migration zielführend und faktenbasiert sprechen? Dieses Podium versucht, die Debatte wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen.

Belletristik
Schöffling & Co.

Judith Hermann / Gregor Sander / Lubomír Sůva: Jenseits von Prag. 12 Städte. 12 Erzählungen

  • Judith Hermann © David Konecny
  • Gregor Sander © Heike Steinweg
  • Lubomír Sůva © David Konecny

Tschechien hat weitaus mehr zu bieten als Prag und die weltberühmte Literatur, die die Metropole hervorgebracht hat. Im Jahr 2025 verbrachten zwölf Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Deutschland und der Schweiz jeweils einen Monat in einer der zwölf tschechischen Regionalhauptstädte. Von Karlsbad bis Ostrava, von Liberec bis Budweis erkundeten sie Straßen und Landschaften abseits der ausgetretenen Touristenpfade und verwandelten ihre Eindrücke in Literatur. So entstanden Vampir-Stories, Coming-of-Age-Geschichten oder autofiktionale Reiseerzählungen – die einzige Vorgabe: ein Bezug zur Stadt, in der sie zu Gast waren. So laden die in Jenseits von Prag versammelten Texte dazu ein, die vielen Gesichter der Republik literarisch zu entdecken.

Sachbuch
S. Fischer

Reinhold Messner / Diane Messner: Lebenszeit. Vom Wert der Vergänglichkeit

  • Reinhold Messner © Christopher Conin
  • Diane Messner © Christopher Conin

Moderation: Eva Schmidt

Reinhold Messner – der berühmteste Bergsteiger und Abenteurer unserer Zeit – und seine Frau Diane Messner schreiben in Lebenszeit übers Älterwerden und Jungsein, über Verlust und Glück, über große Expeditionen und die kleinen Abenteuer des Alltags. Entstanden ist ein Buch über die Kostbarkeit unserer Lebenszeit – und darüber, wie man sie mit Offenheit, Mut und Neugier nutzen kann.

Sachbuch
Wolke Verlag

Klaus Reichert: I welcome whatever happens next. Erinnerungen an John Cage

  • Klaus Reichert © Alexander Paul Englert

Moderation: Gregor Dotzauer

In I welcome whatever happens next kehrt Klaus Reichert zu einem Thema zurück, das ihn über Jahrzehnte begleitet hat: seiner Beziehung zu John Cage. Aus Begegnungen, Gesprächen und gemeinsamer Arbeit entsteht kein klassisches Künstlerporträt, sondern ein offenes, bewegliches Gefüge aus Erinnerungen und Gedanken.

Reichert schreibt so, wie man ihn kennt: präzise, unaufdringlich, mit einem feinen Gespür für Übergänge – zwischen Musik und Sprache, zwischen Hören und Denken. Immer wieder geht es um Aufmerksamkeit: gegenüber Klängen, gegenüber Texten, gegenüber einem anderen Menschen. So entfaltet sich ein stilles, kluges Buch über Nähe und Zusammenarbeit, über Sprache und Klang – und über die Frage, wie sich Musik überhaupt beschreiben lässt. Auch die enge Verbindung zur Literatur wird sichtbar, insbesondere in der gemeinsamen Auseinandersetzung mit James Joyce und Finnegans Wake.

Ein hochkarätiger Essayband an der Schnittstelle von Musik, Literatur und Philosophie.

OPEN BOOKS KIDS
Ueberreuter

Iva Procházková: Jojo, elf und ein Viertel (ab 10 Jahren)

  • Iva Procházková © Vojta Pokorný

Jojo ist elf – und ein Viertel. Und plötzlich ist alles anders. Wenn er Agatha sieht, fehlen ihm die Worte. Seine Großmutter ist krank und wird bald sterben. Und sein Widersacher vom Basketballplatz wird schwer verletzt. Zwischen Schule, Theaterproben und Basketball passiert etwas, das Jojo nicht ganz versteht: Er ist mittendrin im Erwachsenwerden. Und muss herausfinden, wer er eigentlich ist.

Ein literarisches Kinderbuch von der vielfach ausgezeichneten Autorin Iva Procházková aus Tschechien – ehrlich, witzig und berührend.
Aus dem Tschechischen übersetzt von Ferdinand Hauser. Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.

Comic
Loewe / Carlsen

Timo Grubing mit Lily Wörner: Cryptos / Thilo Krapp: Zeitmaschine

  • Timo Grubing © Privat

Moderation: Jakob Hoffmann

Es ist nur ein Kontrollbesuch in Kerrybrook, einem idyllischen Fischerdorf mit viel Grün und geduckten Häuschen. Aber seit dem Morgen gab es dort einige Ausfälle. Und dann wird vor Janas Augen jemand umgebracht. Jana Pasco ist als Weltendesignerin bei Mastermind verantwortlich für die Gestaltung – und die Sicherheit – digitaler Realitäten. An ihrer Designstation entstehen alternative Realitäten, die sich so echt anfühlen wie das reale Leben: Fantasyländer, Urzeitkontinente, längst zerstörte Städte. Doch mit dem Mord in Kerrybrook kommt sie einer undurchsichtigen Sache auf die Spur. Und Jana wird gezwungen zu handeln …  Cryptos ist eine Graphic Novelvon Ursula Poznanski mit Bildern von Christopher Tauber und Timo Grubing . Bei OPEN BOOKS stellt Timo Grubing das Buch gemeinsam mit der Schauspielerin Lily Wörner vor.

Ende des 19. Jahrhunderts baut ein Mann eine Maschine, mit der er beabsichtigt, durch die Zeit zu reisen. Seine Freunde schenken ihm keinen Glauben, doch er bricht schließlich auf, um ein Ereignis in seiner Vergangenheit rückgängig zu machen. Als die Reise gelingt und er begreift, dass Vergangenes nicht zu ändern ist, reist er in die Zukunft und stößt dort auf eine dystopische Welt, in der mit Eloi und Morlocks zwei gänzlich verschiedene Gesellschaftsgruppen existieren. Während die friedliebenden Eloi an der Oberfläche leben, machen die in der Unterwelt hausenden Morlocks Jagd auf die Eloi. Der Zeitreisende sieht sich vor die Frage gestellt, ob die Zukunft der Vergangenheit nicht viel ähnlicher ist, als er gedacht hätte … Nach Der Krieg der Welten sowie 20.000 Meilen unter dem Meer widmet sich Thilo Krapp mit der Graphic Novel Die Zeitmaschine dem nächsten Science-Fiction-Meisterwerk.

Zwischen Zeilen
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Lwiw im Spiegel der Zeit. Zwei Friedenspreisträger im Gespräch / Mit Philippe Sands / Karl Schlögel

  • Philippe Sands © Philippe Sands
  • Karl Schlögel © Phil Dera

Moderation: Sebastian Guggolz

Vor zehn Jahren ist das Buch Rückkehr nach Lemberg erschienen, in dem Philippe Sands anhand seiner eigenen Familiengeschichte das historische Entstehungsmoment der internationalen Menschenrechtsgesetze beleuchtet. Für Karl Schlögel, der Ende der 1980er Jahr Lwiw zum ersten Mal besucht hat, ist der ganze Ort eine Sehenswürdigkeit, wenn nicht sogar die Urzelle der europäischen Stadt. In den letzten Jahren sind die beiden Friedenspreisträger immer wieder dorthin gefahren und reden heute über den schmalen Grat zwischen Normalität und Ausnahmezustand, auf dem sich Lwiw mit seinen Bewohner:innen seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine vor knapp fünf Jahren bewegt.

Veranstaltung in englischer Sprache.

OPEN BOOKS KIDS
Loewe

Ursula Poznanski: Canvas. Cryptos, Band 2 (ab 14 Jahren)

  • Ursula Poznanski © Gaby Gerster

Jana arbeitet als Welten-Designerin, die alternative Realitäten erschafft. Hier kann jeder spannende Abenteuer erleben, während er sich in einer VR-Kapsel befindet. Janas neueste Erfindung ist eine Stellenvermittlung für Jobs in andere Welten. Als Entlohnung winken neue Pässe für die schönsten Welten von Mastermind. Denn seitdem die Erde für ein Leben zu heiß geworden ist, verbringen die Menschen ihre Tage überwiegend im Virtuellen. Nur eine kleine privilegierte Elite genießt das milde Klima in den wenigen noch lebenswerten Regionen der Erde. Aber dann macht sich Widerstand bemerkbar. Canvas ist ein spannender und beklemmend aktueller Near-Future-Thriller und die Fortsetzung von Cryptos!

 

Belletristik
Kiepenheuer & Witsch

Eva Menasse: Alleinruhelage

  • Eva Menasse © Lena Giovanazzi/laif

Moderation: Christian Neidhart

Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.

Die nötige Hilfe ist quasi vom Himmel gefallen, Alla und Bolek aus Polen, zwei Kettenraucher, die alles können. Die Renovierungen und Rückschläge, die geplatzten Wasserleitungen und die Bosheiten der benachbarten Schrebergärtner lösen viele Erinnerungen und neue Erkenntnisse aus – und so manche Fallstricke der deutsch-deutschen Geschichte nimmt die Erzählerin womöglich genauer wahr, als Wienerin in der doppelten Fremde. Dann beschließt sie, das geliebte Haus zu verkaufen, um noch einmal aus- und aufzubrechen aus ihrer „stabilen Alleinruhelage“.

Belletristik
C.H. Beck

Norbert Scheuer: Holunderholz

  • Norbert Scheuer © Elvira Scheuer

Moderation: Ariane Wick (hr3)

Norbert Scheuers Roman ist eine fesselnde Reise durch die verschlungenen Pfade einer unerzählten Familiengeschichte der Nachkriegszeit und verschränkt Vergangenheit und Gegenwart. Nach dem Tod seiner Mutter versucht Johann, ein altes Tonbandgerät seines Großvaters zu reparieren. Was als technische Herausforderung beginnt, wird zu einer Suche, die ihn immer tiefer in die rätselhaften Aufnahmen hineinzieht.

Belletristik
Diogenes

Elena Fischer: Wirf einen Schatten

  • Elena Fischer © Alexander Conrads/Diogenes Verlag

Moderation: Shelly Kupferberg 

Joseph ist einsam und hadert mit seinem Schicksal, nicht erst, seit seine Frau Lis mit dem gemeinsamen Sohn in die Stadt gezogen ist, weil sie den Alltag auf dem Hof nicht mehr ausgehalten hat. Wahrlich etwas Besonderes in den sechziger Jahren auf dem Land. Zum Glück ist da noch Ada, Lis‘ ältere Schwester, mit der sich Joseph schon immer sehr verbunden fühlt. Und dann steht plötzlich die 20-jährige Birdie vor seiner Tür, geschwächt und auf der Flucht vor ihrer Familie. Lis, Ada und Birdie – sie werden ihrem eigenen, aber auch Josephs Leben eine ganz neue Richtung geben.

Sachbuch
dtv

Katrin Hörnlein mit Odilo Schnabel / Dunja Schnabel: Die Schnabels. Mutter, Vater, 17 Kinder

  • Katrin Hörnlein © PR

Die Schnabels sind als eine der größten Familien der alten Bundesrepublik ein Ausnahmephänomen. Vieles in ihrem Alltag war außergewöhnlich: Wie man fast 20 Menschen auf wenigen Quadratmetern unterbrachte, in welchen Mengen eingekauft werden musste und wie die Kinder bei der Pflege und Erziehung eingebunden wurden. Zugleich war vieles auch ganz typisch für das westdeutsche Familienleben der 1950er- bis 1980er-Jahre: Dass der Vater das Geld verdiente und die Mutter Hausfrau war, dass die Kinder unbeaufsichtigt durch die Gegend zogen oder dass die Mutter zunehmend versuchte, sich zu emanzipieren. ZEIT-Redakteurin Katrin Hörnlein erzählt die faszinierende Geschichte einer Ausnahmefamilie und zugleich ein Stück Familiengeschichte der Bundesrepublik.

Sachbuch
Tropen

Manuela Müller: Die Jugend malt wieder Hakenkreuze. Von der Radikalisierung einer Generation

  • Manuela Müller © Maximilian Gödecke

Moderation: Melanie Mühl (F.A.Z.)

Die Journalistin Manuela Müller zeichnet das Bild einer ostdeutschen Region, die geprägt ist von kollektiven Traumata, fehlender politischer Bildung und einer Jugend, die Rechtssein als Lebensgefühl entdeckt. Sie fragt, ob wir die Kontrolle über eine Generation verloren haben und fordert konkrete Maßnahmen, bevor sich die Mauern in den Köpfen weiter verfestigen.

Manuela Müller arbeitet seit den Nullerjahren als Reporterin bei der Freien Presse in Chemnitz. Für ihre Gesellschaftsreportagen wurde sie mehrfach mit dem Deutschen-Reporter:innen-Preis ausgezeichnet, 2024 in der Kategorie „Bester Essay“ und 2025 für die „Beste Lokalreportage“. Außerdem war sie für den Theodor-Wolff-Preis nominiert.

International
Diogenes

Alice Horáčková: Geteiltes Haus

  • Alice Horáčková © Richard Klicnik

Moderation: Niels Beintker (BR)

Benetzko im Riesengebirge in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Hier wachsen zwischen Regimewechseln und verheerenden Kriegen auch Zdenka und Anežka auf. Die eine tschechisch, die andere deutsch, werden sie beide eigensinnige Frauen, die im Laufe der Jahrzehnte mit so einigem kämpfen und hadern – wildernden Männern, keifenden Schwiegermüttern, desertierenden Kindern oder ihren Nationalitäten – und vieles verlieren, aber niemals ihre Freundschaft.

Sachbuch
S. Fischer

Carolin Emcke: Was zählt ein Mensch?

  • Carolin Emcke © Andreas Labes

Moderation: Insa Wilke

Was zählt ein Mensch? Was bedeutet radikaler Humanismus?

Gibt es Grenzen der Einfühlung in andere? Wozu verpflichtet uns die Erinnerung an die Geschichte? Gibt es Grenzen der Pflicht, im Namen der Menschenrechte zu sprechen? Oder darf nichts uns daran hindern, die anderen als Teil des universalen Wirs wahrzunehmen? Carolin Emcke stellte sich diese Fragen bereits vor dem 7. Oktober und Gaza. Aber seither sind sie noch dringlicher. Es geht letztlich um die existenzielle Frage: Was zählt ein Mensch?

Seit über 20 Jahren reist Carolin Emcke nach Israel-Palästina. Zuletzt war sie dort, um mit Menschen aus Bee’ri oder Jenin, aus Tel Aviv oder Ramallah zu sprechen – und die toten Winkel der Empathie im hiesigen Diskurs auszuleuchten.

Belletristik
axel dielmann-verlag

Marco Frohberger: Unzerbrechlich

  • Marco Frohberger © axel dielmann-verlag

Moderation: Axel Dielmann

Kathrin und David, Zentralfiguren in Marco Frohbergers Novelle, bewegen sich in einem Kosmos voller brüchiger Lebenswelten. Ihre Vergangenheiten sind, als sie einander kennenlernen, eher Trümmerhaufen und bilden heikle Hypotheken – aber es verbindet sie auch diese Gemeinsamkeit: Ihr bisheriges Elend präsent zu halten, um zu besseren Lebensformen zu finden.

Sachbuch
Penguin

Daniela Sepehri: Wenn ihr wegseht, werden wir getötet. Ein Aufruf zu echter Solidarität mit den Menschen in Iran

  • Daniela Sepehri © Nassim Rad

Moderation: Maike Albath

Daniela Sepehri, Menschenrechtsaktivistin mit iranischen Wurzeln, macht seit Jahren die Freiheitsbewegung in Iran sichtbar. Sie kritisiert die mangelnde politische Unterstützung und mediale Aufmerksamkeit für die Protestierenden. Iran steht als Beispiel für ein grundsätzliches Problem: Menschenrechtskämpfe im globalen Süden – ob in Afghanistan, Palästina oder Syrien – werden in Europa systematisch übersehen, abgewertet oder vereinfacht dargestellt.

Sepehri prangert die Untätigkeit der Welt an und sagt direkt, was in Politik und Medien schiefläuft, möchte aber unbedingt auch Hoffnung geben: In Zeiten, in denen wir angesichts vieler schlechter Nachrichten oft entmutigt sind, will sie zeigen, wie viel Kraft in den Menschen steckt, die weltweit gegen menschenverachtende Regime kämpfen.

Comic
Voland & Quist / Matthes & Seitz

Štěpánka Jislová: Heartcore / Irina Rastorgueva: Reiseführer durch die Propaganda

  • Štěpánka Jislová © Michael Tomeš

Moderation: Jakob Hoffmann

In Heartcore erzählt Štěpánka Jislová schonungslos offen von eigenen Erfahrungen mit Dating und Beziehungen. Als junge Frau durchlebt sie wilde Partys und Einsamkeit, versucht es mit Online-Dating und Gelegenheitssex, verliert sich in Sehnsucht und Begehren und erkundet schließlich nicht nur eigene Bindungsmuster, sondern auch den Einfluss von Geschlechterrollen, Alkohol, sexueller Gewalt und gesellschaftlichen Erwartungen auf unser Liebesleben. Bild für Bild entsteht das Porträt einer jungen Frau, die den Mut findet, sich ihren Verletzungen zu stellen.  Die preisgekrönte Graphic Novel — ausgezeichnet u. a. mit dem tschechischen Muriel-Preis — ist Autobiografie, Liebesgeschichte und künstlerische Selbstvergewisserung zugleich. Ein eindringliches, mutiges und originelles Buch über die Frage, ob und wie wir lernen können, anders zu lieben.

Propaganda ist kein fernes Spektakel – sie findet mitten unter uns statt. Subtiler als Plakate und Parolen prägt sie Sprache, Medien und öffentliche Debatten – von Europa bis China, von russischen Narrativen bis zu populistischen Strategien westlicher Politik. Im Zentrum in Reiseführer durch die Propaganda steht der aktuelle Rechtsruck in Europa: Wie verschieben sich Sprache und Wahrnehmung, wenn populistische Rhetorik immer tiefer ins Alltagsbewusstsein einsickert? Mit scharfem Blick und zeichnender Hand führt Irina Rastorgueva nach ihrem Erfolg Pop-up-Propaganda durch die Mechanismen moderner Manipulation: Sie zeigt, wie Desinformation funktioniert – und welche Wege es gibt, ihr zu begegnen. Jede Seite dieses handgezeichneten Buchs setzt ein Zeichen gegen automatisierte Trollfabriken und die sprachliche Erosion demokratischer Werte.

Veranstaltung in deutscher und englischer Sprache.

Belletristik
Luchterhand

Jaroslav Rudiš: Wo die Toten sprechen

  • Jaroslav Rudiš © Vojtech Veskrna

Moderation: Jan Wiele (F.A.Z.)

Lorenzo, Caspar und Miss Detroit: Drei Freunde – alle irgendwo zwischen Lebensmitte und Lebensmüdigkeit – machen sich auf die Reise durch das Herz Mitteleuropas. Im Kofferraum: die Knochen eines NS-Verbrechers, die sie einem Berliner Friedhof entwendet haben, um den plündernden Reichsbürgern zuvorzukommen. Was als absurde Mission beginnt, wird zum Roadtrip über Friedhöfe und in die Vergangenheit. Während der fast blinde Lorenzo versucht, auf der Rückbank ein Gedicht über die toten europäischen Dichter zu schreiben, träumt Miss Detroit davon, Friedhofsbotanikerin zu werden. Und Caspar erinnert sich an den Großonkel, der noch als Kind im Krieg tragisch ums Leben kam und seitdem durch die Familiengeschichte geistert. Mit jedem gefahrenen Kilometer rücken die drei näher aneinander und sehnen sich nach einer Antwort auf die Frage, die Grab um Grab lauter wird: Wovon erzählen die Toten, wenn man ihnen zuhört?

Belletristik
Zsolnay

Tamara Štajner: Luft nach unten

  • Tamara Štajner © Heribert Corn

Moderation: Carsten Otte (SWR)

Nach vielen Jahren kommt Iva zurück an den Ort ihrer Kindheit, um ihr geliebtes Kindermädchen zu beerdigen. Im Hotel am Ohridsee, das Ivas Familie gehörte, hat sie wesentlich mehr Zeit mit Marija verbracht als mit ihrer eigenen Mutter. Als Iva auf Marijas Grabstein einen zweiten Namen entdeckt, kommt sie einem Familiengeheimnis auf die Spur …

Tamara Štajners Protagonistin unternimmt eine intensive, berührende, aber auch herrlich komische Tour in die Vergangenheit. Und in die Zukunft, denn Iva versucht gerade auf komplizierten Wegen, mit ihrem Freund ein Kind zu bekommen. Luft nach unten ist eine moderne Familiengeschichte, die von ganz unterschiedlichen Frauen geprägt ist. Ein beeindruckender Roman über das Mutter- und Tochtersein.

Belletristik
Verlag der Autoren

Kristof Magnusson: Apokalypse Miau / In bester Lage. Zwei Komödien

  • Kristof Magnusson © Gunnar Klack

Moderation: Shirin Sojitrawalla
Lesung: Rainer Ewerrien / Alice von Lindenau

Kristof Magnussons Komödien, geschrieben mit Gunnar Klack, handeln davon, wie sich im Kleinen der größere gesellschaftliche Wahnsinn spiegelt: Pluralismus und Polarisierung, Parallelwelten und Investitionsstau. Im Mittelpunkt der „Weltuntergangskomödie“ APOKALYPSE MIAU steht die Verleihung des Destroy-Preises, der wichtigsten Theaterauszeichnung. Im Backstage-Bereich vertreiben sich die Nominierten die Zeit bis zum Auftritt. Dort trifft Altherrenwitz auf sprachmilitanten Feminismus, Klimadebatte auf Zweifel an der Meinungsfreiheit, Instagram-Süchtiger auf altlinke Regielegende. Als sich im Laufe des Galaabends die Hinweise verdichten, dass ein Asteroid gerade auf die Erde – genauer: auf das Theater – zusteuert, fallen auch die letzten Hemmungen. Fortan gilt: The showdown must go on!

Sachbuch
Droemer Knaur

Frauke Brosius-Gersdorf: Wahl und Wahrheit. Was unser Grundgesetz gefährdet und wie wir es schützen

  • Frauke Brosius-Gersdorf © Marcus Höhn

Moderation: Günter Keil

Ein juristischer Blick auf die Debatten unserer Zeit: Die renommierte Verfassungsrechtlerin Frauke Brosius-Gersdorf blickt auf ihre gescheiterte Richterwahl, analysiert die großen gesellschaftlichen Streitfragen der Gegenwart (Schwangerschaftsabbruch, Religionsfreiheit, Leihmutterschaft, Parteiverbote, …) durch die juristische Brille und plädiert für eine Rückkehr zur sachorientierten Debatte.

Indem sie ihre eigene Geschichte und wissenschaftliche Expertise verbindet, gelingt ihr ein eindrückliches Plädoyer für eine widerstandsfähige und rechtsstaatlich verankerte Demokratie. Denn nur, wer die Fakten kennt, kann gerechte Urteile sprechen.

Belletristik
Hanser / Rowohlt / Arco

FRANKFURT-ABEND / Mit Miriam Carbe / Martin Piekar / Artur Becker

  • Miriam Carbe © Wolfgang Stahr
  • Martin Piekar © Charlotte Werndt
  • Artur Becker © Alex Cio

Moderation: Sonja Vandenrath und Michael Quast

Literatur aus Frankfurt präsentiert zum Abschluss von OPEN BOOKS 2026 der traditionelle Frankfurt-Abend! Zu Gast sind in diesem Jahr die Schriftsteller:innen Miriam Carbe, Martin Piekar und Artur Becker.

Für ihren generationenübergreifenden Familienroman Unerwünschte Töchter (Hanser) verwebt Miriam Carbe die Tagebücher ihrer Urgroßmutter, Oma und Mutter zu einer intensiven Spurensuche, die ein ganzes deutsches Jahrhundert voller Identitätskonflikte, Traumata und dem Kampf um Unabhängigkeit fühlbar macht. In seinem wuchtigen, autofiktionalen Romandebüt Vom Fällen eines Stammbaums (Rowohlt) erzählt der Schriftsteller und Lyriker Martin Piekar mit poetischer Kraft von der komplexen, schmerzvollen Beziehung zwischen einem pflegenden Sohn und seiner alkoholkranken, depressiven Mutter vor dem Hintergrund einer deutsch-polnischen Migrationsgeschichte. Und als bittersüßer „Retroliebesroman“ führt Ein roter Ziegelstein für Izabella (Arco) von Artur Becker zwei Jungen in geheimer Mission durch einen mythenumwobenen Sommer an einem polnischen Badesee, wo sie den großen Verheißungen der ersten Liebe begegnen.

Belletristik
Schweizer Buchpreis

Die Nominierten für den Schweizer Buchpreis 2026: Hayat Erdoğan / Sonja Sophie Kreis / Sarah Elena Müller / Lukas Bärfuss

  • Hayat Erdoğan © Nils Lucas
  • Sonja Sophie Kreis © Matthias Schmutz
  • Sarah Elena Müller © David Fürst
  • Lukas Bärfuss © Lea Meienberg

Moderation: Nino Gadient (SRF)

Zum neunzehnten Mal vergibt der Schweizer Buchhandels- und Verlags-Verband SBVV zusammen mit LiteraturBasel den Schweizer Buchpreis und zeichnet damit das beste erzählerische oder essayistische deutschsprachige Werk von Schweizer oder seit mindestens zwei Jahren in der Schweiz lebenden Autor:innen aus. Für den Schweizer Buchpreis 2026 hat die Jury, bestehend aus Tim Felchlin (Literaturredaktor und Kulturjournalist für SRF und Radio Ö1), Benjamin Schlüer (Literaturwissenschaftler, Vermittler und Veranstalter Literaare Thun), Simone Nuber (Inhaberin der libraria poesia clozza Scuol), Silvia Süess (Literaturredaktorin und Kulturjournalistin bei WOZ – Die Wochenzeitung) und Manuela Waeber (Freie Lektorin, Bibliotheksleiterin und Partnerin bei Frieda KulturBeratung) 87 eingereichte Titeln aus 52 Verlagen geprüft.

Bei OPEN BOOKS 2026 lesen die Nominierten Hayat Erdoğan (Hauptsache kein Zeitgeist, Ullstein), Sonja Sophie Kreis (Das große Eis, Rowohlt), Sarah Elena Müller (Unwucht, Limmat Verlag) und Lukas Bärfuss (Königin der Nacht, Rowohlt). Yael Inokai (Die Auster, Hanser Berlin), ebenfalls nominiert, kann leider nicht mit dabei sein.

Mit freundlicher Unterstützung des Schweizerischen Generalkonsulats in Frankfurt.

Sachbuch
Herder / C.H. Beck

Dafna Gerstner: Sie kamen, um uns zu töten. Mein Leben als Jüdin vor und nach dem 7. Oktober / Isabel Schayani: Unwahrscheinliche Freundschaften. Sechs Geschichten gegen den Hass

  • Dafna Gerstner © Nadine Rupp
  • Isabel Schayani © Annika Fußwinkel

Moderation: Judith von Sternburg (FR)

Dafna Gerstner, Deutschisraelin und seit vielen Jahren in Deutschland lebend, überlebte am 7. Oktober 2023 den Angriff der Hamas auf den Kibbuz Be’eri unter dramatischen Umständen. In ihrem Buch erzählt sie vom Leben vor und nach diesem Tag, vom Verlust ihres Bruders und von der Erfahrung zu überleben. Sie berichtet eindrücklich von Trauma, Trauer und der Suche nach Halt, aber auch davon, wie sich ihr Blick auf Israel und Deutschland verändert hat. Sie kamen, um uns zu töten ist ein persönlicher und zugleich politischer Bericht über Gewalt, Erinnerung und die Frage, was danach bleibt.

Unzählige Beziehungen zerbrechen, weil Freunde unvermittelt und unerwartet verfeindeten Lagern angehören. Oft können traumatische Verluste von geliebten Menschen den Hass verstärken. Isabel Schayani zeigt in Unwahrscheinliche Freundschaften an sechs lebendig erzählten Beispielen, wie sich trotzdem die Gräben überwinden lassen. Ihre wahren Geschichten gegen den Hass machen Mut in einer Welt, in der das Freund-Feind-Denken auch bei uns rasant an Boden gewinnt.

Sachbuch
C.H.Beck

Martin Schulze Wessel: Warum Russland nicht aufhören wird. Sieben Thesen / Michael Riepl: Ferne Heimat Altmontal. Das Leben meiner Großmutter zwischen Schwarzem Meer und Kaukasus.

  • Martin Schulze Wessel © Historisches Kolleg - Stefan Obermeier
  • Michael Riepl © Areg Balayan

Moderation: Maike Albath

Russlands Krieg gegen die Ukraine dauert nun schon ungefähr so lange wie der gesamte Erste Weltkrieg. Die russischen Verluste sind hoch, die wirtschaftlichen Kosten ebenfalls. Jederzeit hätte Wladimir Putin den Krieg beenden können. Warum hat er das nicht getan? Warum kämpfte Russland immer weiter? Und wie realistisch ist der Glaube daran, dass Russland Frieden halten würde, sollte es zu einem Waffenstillstand kommen? Martin Schulze Wessel analysiert die Geschichte des russischen Imperiums, erklärt, warum Russlands Expansionspolitik sich aus einer imperialen Geschichte speist und zeigt, welche Mittel in der Vergangenheit gegen den russischen Imperialismus geholfen haben.

Altmontal, ein deutsches Dorf in der Schwarzmeerebene. Hier wird Hedwig Krämer 1919 geboren und erlebt, wie ihre Bullerbü-Märchenwelt durch Hungersnöte, Verfolgung und Krieg zur Hölle wird, der sie 1942 entkommt. Michael Riepl erzählt einfühlsam die frühen Jahre seiner Großmutter und blickt dabei immer wieder auf die heutige Ukraine im Krieg. Sein glänzend geschriebenes Buch liest sich fesselnd wie ein Roman – aber es ist eine wahre Geschichte von Familie, Heimat, Not und einem unfassbaren Lebensmut.

Belletristik
S. Fischer

Thomas von Steinaecker: Schwestern

  • Thomas von Steinaecker © Hans-Bernhard Huber/laif

Moderation: Christine Knödler (SZ)

Zwei Schwestern, zwei Leben und eine Verbindung, die für immer bleibt.

Bettina wächst mit ihrer älteren Schwester Simone in der bayerischen Provinz auf. Die Nachmittage verbringen sie zwischen Karpfenteich und dem leer stehenden Nachbarhaus. Früh übernimmt Bettina dabei Verantwortung für Simone, die seit ihrer Geburt geistig beeinträchtigt ist. Doch Bettina träumt davon, Schauspielerin zu werden, und erkennt bald: Will sie ihr eigenes Leben führen, muss sie sich von ihrer Familie lösen. Auf unverwechselbare Weise erzählt Thomas von Steinaecker in Schwestern von drei entscheidenden Tagen im Leben von Bettina, von einer Münchner Faschingsnacht 1989 bis in eine melancholische nahe Zukunft. Ein Roman über Nähe und Abgrenzung und den Mut zur eigenen Stimme. Kunstvoll montiert und tief berührend.

Comic
Carlsen / avant

Tobi Dahmen: Al-Fazia‘ – Das Grauen. Überleben in Syriens Gefängnissen / Birgit Weyhe: Gib nicht auf! Wie eine junge Ezidin den Völkermord überlebt

Moderation: Jakob Hoffmann

Als Akram Al Saud 2010 erstmals verhaftet wird, ist er 19 Jahre alt und Architekturstudent in Aleppo. Was folgt, sind Jahre der Gewalt, der Haft und des Terrors. Dennoch lebt in ihm der ungebrochene Wille, für ein freies Syrien zu kämpfen. Tobi Dahmen hat Al Sauds Geschichte auf Grundlage persönlicher Gespräche in eindringliche Bilder übersetzt und schafft damit ein Werk, das weit über eine biografische Erzählung hinausgeht. Die Graphic Novel Al-Fazia‘ – Das Grauen zeigt, wie Kunst das Unsagbare fassbar machen kann. Die enge Zusammenarbeit zwischen Zeichner und Zeitzeuge ist selbst Teil der Geschichte – ein seltenes Dokument menschlicher Widerstandskraft. Ein umfangreicher Anhang beleuchtet die historischen Hintergründe des syrischen Bürgerkriegs und die Entstehung dieses außergewöhnlichen Projekts.

Im Sommer 2014 überfallen die Mitglieder der Terrororganisation Islamischer Staat die mehrheitlich von Eziden bewohnte Region Shingal im Norden des Irak. Zehntausende müssen fliehen, wer zurückbleibt, wird getötet oder verschleppt. Jilan wird als junges Mädchen gefangen genommen und zwangsverheiratet. Hier erzählt sie zum ersten Mal öffentlich ihre Geschichte: von der Todesangst während ihrer Gefangenschaft, von Gewalt und Entrechtung, von ihrer Flucht, dem Umgang mit dem Trauma und den ersten Schritten in ein neues, selbstbestimmtes Leben in Deutschland. Da der Nordirak weiterhin von wechselnden Parteien umkämpft ist, sind die Eziden bis heute nicht sicher in ihrer Heimat. Die Graphic Novel Gib nicht auf entstand im Rahmen des internationalen Projekts „Survivor-Centred Visual Narratives“ der Universität Victoria in Kanada.

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