Sachbuch
Berlin Verlag / Ullstein
  • Ahmad Mansour © Marcus Höhn
  • Omid Nouripour © Daniel Hofer

Moderation: Tania Martini (F.A.Z.)

Tiefgreifende Gesellschaftsanalyse eines der führenden Extremismusexperten des Landes. Die Welt scheint aus den Fugen, Krisen folgen auf Krisen. Gewissheiten lösen sich auf, Menschen haben verlernt, miteinander zu reden. Sie werden feindseliger, radikaler – und das nicht nur an den politischen Rändern. Ahmad Mansour erzählt von einer Gesellschaft, der das Zuhören abhandengekommen ist; die sich für demokratisch hält und doch selbst immer misstrauischer und gereizter wird. Der renommierte Psychologe und Präventionsexperte  erlebt dies als tägliche Realität in Gesprächen mit Jugendlichen, mit Lehrkräften, mit Sicherheitsbehörden. Eindringlich wirbt er dafür, wieder miteinander ins Gespräch zu kommen, auch mit Andersdenkenden – nur so können wir als demokratische Gesellschaft bestehen.

Fünfzehn Jahre nach Stéphane Hessels Manifest Empört euch!, einem Aufruf zum Widerstand und gegen die Ignoranz, ist aus Empörung ein Dauerzustand geworden. Wir empören uns auf Social Media und in Talkshows über alles – über große politische Fragen in der gleichen Intensität wie über Banalitäten. Raum für differenzierte Antworten auf komplexe Fragen gibt es kaum. Das Ergebnis: gesellschaftliche Spaltung statt Zusammenhalt, Kulturkämpfe statt Lösungen, Lähmung statt Fortschritt. Omid Nouripour, von Berufs wegen Experte für Kompromisse, weiß: Mit Wut und Geschrei allein kommen wir nicht weiter. Er fordert ein Ende der Empörungskultur, in der das Geschrei jede kluge Antwort übertönt.

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