Moderation: Jens Bisky
Die Religion kehrt zurück in Politik, Kultur und Philosophie. Apokalyptische Erlösungsvisionen findet man in der US-amerikanischen Rechten und bei den Tech-Libertären sowie in der postkolonialen Linken und ihrer Faszination für die Todeskulte des politischen Islam. Balzer zeigt, wie sich autoritäres Denken und Religion verschwistern, fragt aber zugleich, ob Motive wie Demut, Gnade und Erlösung uns einen Ausweg zeigen aus den autoritären Zurichtungen der Gegenwart. Kann religiöses Denken Gemeinschaften stiften, die gegen falsche Vergemeinschaftung helfen, gegen ihre Vereinsamung in der digitaltechnologisch verwalteten Welt? Kann man wahrhaftes religiöses Denken gegen Religionsmissbrauch verteidigen? Und brauchen wir religiöses Denken nicht, um wahrhaft erlöst zu werden?
