Moderation: Richard Stoiber
In Poem Noir erzählt Feridun Zaimoglu von Liebe, Gewalt, Begehren und Fremdheit. Seine düsteren Vignetten führen in eine Welt, in der Zärtlichkeit jederzeit in Bedrohung umschlagen kann. Mit sinnlicher, unerbittlicher Sprache zeichnet Zaimoglu Figuren, die verletzt, verloren und ihren Gefühlen ausgeliefert sind. Die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Wahn, Nähe und Gewalt verschwimmen. Seine intensiven, archaisch wirkenden Texte erzählen von der verborgenen Rückseite des modernen Lebens.
Mit Nr. 1 erfindet Michel Decar eine neue literarische Gattung und unternimmt eine furiose Tour de Force durch unsere Gegenwart. Zwischen Generalbundesanwaltschaft, In-Flight-Entertainment und Forelle Müllerin entfaltet sich ein Text voller Witz, Tempo und überraschender Präzision. Decar verbindet Roman, Gedicht und Theater zu einer eigenen literarischen Form und erzählt dabei von Liebe, Grausamkeit, Absurditäten des Alltags und der existenziellen Kraft der Literatur selbst. Seine lässig-elegante, poetische Sprache begegnet dem realen Irrsinn mit klarem Blick und großer Leichtigkeit. Nr. 1 ist sprachliches Experiment und radikal gegenwärtige Literatur zugleich – klug, komisch und voller Energie.

