avant / Edition Moderne
Comic
  • © Andreas Kubitza
  • © Grischa Kaufmann

Moderation: Jakob Hoffmann

Wie malt man jemand, der ein Mythos ist? Der junge Maler Ronald Paris will ausgerechnet den exzentrischen Sänger und Schauspieler Ernst Busch auf neue Art porträtieren. Das Gemälde soll 1972 die Kunstausstellung der DDR in Dresden zieren, doch das Vorhaben droht zum Desaster zu werden. Busch war Werftarbeiter in der Kaiserzeit, Film und Schallplattenstar in der Weimarer Republik, antifaschistischer Sänger im Exil, Gefangener des Naziregimes, widerborstiger Staatskünstler und Vorzeigeprolet in der DDR. So einer kann nicht stillsitzen.  50 Jahre später spüren Ernst-Busch-Biograf Jochen Voit und Zeichnerin Sophia Hirsch dem mehrjährigen Schaffensprozess des Malers nach − und dem skandalumwitterten Gemälde, das bis heute als verschollen gilt.

Anna ist groß. Seit drei Generationen. Außergewöhnlich groß – aber schon die Frage, was denn gewöhnlich ist verstrickt einen in diesen virtuos erzählten Comic vom Groß- und Anderssein in unserer kleinkarierten Welt. Der Autorin gelingt mit Witz und genauer Beobachtung ein Plädoyer für das großartige. Mit „Anna“ gewann Mia Oberländer den renommierten Comicbuchpreis der Berthold Leibingerstiftung. Juror Andreas Platthaus schreibt in der Begründung, die Künstlerin habe „ein ebenso witziges wie herausforderndes Lehrstück geschrieben und gezeichnet.“ Und der Kritiker Joe Kessler rät: „ziehen Sie sich einen winzig kleinen Stuhl heran, machen Sie es sich darauf bequem, so gut es geht — und lesen Sie! Es ist ein sehr guter Comic!»

 

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